Bertelsmann plant eigene Mobilfunkmarke
Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann denkt über eine eigene Mobilfunkmarke nach.
"Wir prüfen den Einstieg als virtueller Netzbetreiber", sagte Hartmut Ostrowski, Chef der Mediendienstleistungstochter Arvato, am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz des Konzerns in Berlin. Als virtueller Netzbetreiber [Mobile Virtual Network Operation, MVNO] kaufen Anbieter, die über kein eigenes Netz verfügen, Kapazitäten bei anderen ein.
Bertelsmann werde dann mit einer eigenen Marke auf dem deutschen Markt auftreten, aber kein eigenes Netz betreiben, sagte Ostrowski. Bertelsmann sei auf alle vier Mobilfunkbetreiber in Deutschland - T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 - zugegangen. Einige seien flexibler als andere, sagte Ostrowski lediglich.
Billighandys samt Guthaben
Der Hamburger Kaffeeröster und Handelskonzern Tchibo hatte im
Oktober eine Vertriebspartnerschaft mit dem kleinsten deutschen
Mobilfunkanbieter O2 gestartet. Gemeinsam bieten die Unternehmen
Handys zu Preisen von rund 50 bis 100 Euro. Kunden können
ausschließlich im Voraus bezahlte Guthabenkarten kaufen.
September 2004: Tchibo startet mit HandyverkaufPartnerschaft trug zu Kundenwachstum bei
Die Partnerschaft trug bei O2 im Weihnachtsgeschäft zum stärksten Kundenzuwachs in der Unternehmensgeschichte bei. Auch Vodafone überlegt, mit einem Billigangebot ähnlich dem Tchibo-Modell auf den Markt zu gehen. E-Plus will ebenfalls eine Billigmarke einführen, um weitere Kundengruppen zu erreichen.
Ostrowski kündigte zudem eine digitale Download-Plattform an, die in Kürze starten soll. Auf der Plattform mit Namen "Gnab" will Bertelsmann Filme und Spiele anbieten.
