Kompromiss bei Speicherdaten in Sicht
Deutsche Telekommunikations- und Internet-Anbieter signalisieren Kompromissbereitschaft in der Auseinandersetzung um die von Innenminister Otto Schily [SPD] verlängerte Archivierung von Verbindungsdaten.
Die Informationen, die heute schon 80 Tage lang für Rechnungszwecke gespeichert würden, könnten bis zu einem halben Jahr aufbewahrt werden, ohne die Kosten bei den Unternehmen explodieren zu lassen, sagte Arcor-Chef Harald Stöber dem "Handelsblatt". Arcor ist nach der Deutschen Telekom die Nummer zwei auf dem deutschen Festnetzmarkt.
Aus Telekom-Kreisen hieß es, man könne sich vorstellen, die bisher übliche Datenspeicherung auf ein halbes Jahr auszudehnen. Alles andere sei aus Datenschutz- und Kostengründen nicht machbar.
Auch andere Telekom-Unternehmen geben sich kompromissbereit. "Natürlich würden wir das Geld lieber für etwas anderes ausgeben, aber der Aufwand steht im Verhältnis zu seinem Nutzen", sagte ein Sprecher des Internetanbieters 1&1 der Zeitung.
Schily bestätigte am Sonntag Pläne, wonach alle Telefon-, SMS-, E-Mail- und Internet-Daten zwölf Monate lang gespeichert werden sollen.
Deutschland prescht bei Speicherpflicht vorDer deutsche Datenschutzbeauftragte Peter Schaar äußerte massive Bedenken über Schilys Vorstoß.
