Neue Aufgaben für betandwin-Gründer
Gleich vier Aufsichtsräte des börsennotierten Online-Sportwettenanbieters betandwin.com haben am Mittwoch ihren Rücktritt bekannt gegeben.
Der Firmengründe und ehemalige Vorstand der Gesellschaft, Carsten Koerl, Vize-Aufsichtsratpräsident Michael Tojner [Global Equity Partners] und Hartmann ["Harti"] Weirather [WWP]legten ihre Mandate wie erwartet zurück, teilte die Gesellschaft mit. Ebenfalls zurückgelegt hat sein Mandat auch Tojners Anwalt Karl Liebenwein
In Interviews für die am Donnerstag erscheinende Ausgabe des Magazins "News" hatten Koerl, Tojner und Weirather den Schritt bereits angekündigt.
Die Gründe für den Rückzug, die alle drei Alt-Aktionäre nennen, sind unterschiedlich. Dass der Ausstieg etwas mit jener EU-Richtlinie zum Glücksspiel zu tun hat, die Anbietern wie betandwin Schwierigkeiten machen könnte, dementieren sie.
Der Aufsichtsrat der betandwin reduziert sich somit interimistisch von neun auf fünf Personen. Derzeit würden Gespräche mit "potenziellen Kandidaten in führenden Wirtschaftspositionen geführt, mit dem Ziel, ein Mandat im betandwin-Aufsichtsrat zu übernehmen.
Venture-Capital-Ausstieg "selbstverständlich"
Er ziehe sich zurück, weil er betandwin international vermarkte und als Aufsichtsrat nicht Verträgen mit seiner eigenen Firma zustimmen könne, so Weirather. Im Zug der kürzlich begonnenen Zusammenarbeit der WWP-Gruppe werde sich die Zusammenarbeit zwischen ihm und dem betandwin-Vorstand deutlich intensivieren.
Für Tojner ist es "selbstverständlich", dass sich ein Venture-Capital-Fonds nach einer gewissen Zeit aus einem erfolgreichen Investment verabschiede.
Koerl will sich in Hinkunft auf seine neue Firma Betradar.com konzentrieren. "Mit Betradar beobachten wir den gesamten Sportwettenmarkt und installieren jetzt nach dem Schiedsrichterskandal ein Frühwarnsystem für die deutsche Fußballliga. Da will ich völlig unabhängig und nicht im Aufsichtsrat eines Wettanbieters sein", erklärt der betandwin-Gründer.
Androsch größter Aktionär
Größter Aktionär mit rund zwölf Prozent Firmenanteilen und
Aufsichtsratspräsident bleibt der Industrielle Hannes Androsch.
Androsch stockt betandwin-Beteiligung auf
