Betreiberentgelte sorgen weiter für Unmut
Die österreichischen Kabelnetzbetreiber haben im Zuge der aktuellen Branchendiskussion über die Mobilfunk-Terminierungsentgelte Wettbewerbsgleichheit mit den Handynetzbetreibern gefordert.
Die Mobilfunk- und Festnetzterminierungsentgelte sollten angeglichen werden, forderten die in der Multimedia Austria [MMA] zusammengeschlossenen Betreiber. Ansonsten würden die Kabelnetzbetreiber weiterhin indirekt den Preiskampf der Mobiltelefon-Branche bezahlen.
Die Kabelnetzbetreiber hätten "enorme Summen" in den Ausbau und die Adaptierung moderner Kommunikationsnetze investiert. Während im Mobilfunk seit Jahren ein [Infrastruktur-]Investitionsschutz gewährt werde, hätten die Kabelnetzbetreiber nie einen vergleichbaren Schutz erhalten, so die Betreiber in einer Aussendung.
Es sei "ungerechtfertigt", dass der Errichter alternativer Festnetzinfrastruktur für die Terminierung in ein von ihm errichtetes Netz ein Entgelt erhalte, das nur einen Bruchteil des Terminierungsentgelts im Mobilnetz ausmache, so die MMA.
Gespräche in fremde Netze werden billigerWährend sich T-Mobile noch zögerlich zeigte und erst durchrechnen will, reagierte Hutchison 3G ["3"] "äußerst irritiert" auf das aktuelle Positionspapier des Telekom-Regulators zu den Mobilterminierungs-Entgelten.
Bisher sei die Prämisse für die Preisfindung durch die Behörde gewesen, dass niemand mit Gesprächen, die in seinem Netz ankommen, Geld verdienen soll, so "3"-Chef Berthold Thoma. Als Basis dienten die tatsächlichen Kosten, die einem Zielnetz durch die Zustellung des Telefongesprächs entstanden.
Mit der neuen Regelung, wonach nach einer schrittweisen Anpassung alle Betreiber bis 2012 das gleiche Entgelt bekommen sollen, werde das Prinzip der tatsächlichen Kosten jedoch verworfen. Auf Grund der hohen Investitionskosten seien auch die tatsächlich anfallenden Gesprächsminuten in die Kalkulation einzubeziehen, so Thoma.
Zudem beziehe die mobilkom austria damit weitaus mehr Geld, als sie die Zustellung der Gespräche wirklich koste.
