Online-Jagd via Computer unter Beschuss
Jäger sind intensive Nutzer neuer Technologien. Wärmesensoren werden genutzt, um angeschossenes Wild im dichten Gebüsch aufzuspüren, ferngesteuerte Kameras dienen zum Spurensuchen und motorisierte Attrappen sollen die Tiere zum Abschuss locken.
Doch manche der Entwicklungen sind ebenso hart an der ethischen Grenze, und immer wieder verbieten US-Staaten per Gesetz deren Gebrauch.
So droht einem texanischen Anbieter von Online-Jagd, bei der der Jäger über seinen PC mit einer Waffe vor Ort Wild schießen kann, ein Verbot.
Das sei keine Jagd, wenn jemand wie bei einem Videospiel vor einem PC-Monitor sitze und mit einer Fernsteuerung eine Waffe bediene, meint Kirby Brown, Chef der texanischen Jagdvereinigung Texas Wildlife Association.
Bei Live-Shot kann der User in Echtzeit mit einer Videokamera Wild aufspüren und anvisieren, zum Schießen nutzt er eine Waffe, die über einen Computer gesteuert wird. Ein Aufseher soll unsichere oder unethische Schüsse verhindern.
Live-Shot"Service für Soldaten und Behinderte"
Für Live-Shot-Betreiber John Lockwood ist die Jagd über den PC nicht viel anders als die übliche texanische Praxis, Wild an mechanische Fütterungsstellen zu locken.
Er sieht darin vor allem für behinderte Menschen und Soldaten in Übersee die Möglichkeit, ihren Sport weiter auszuüben.
Es sei dasselbe, wie wenn jemand für eine bezahlte Tour auf seine oder eine der tausend anderen Ranches in Texas komme, so Lockwood. Jäger würden sich immer mehr von ihrem eigentlichen Ziel entfernen und nach einer Steigerung der Effizienz suchen, so Lockwood.
In diversen US-Staaten sind bestimmte technische Hilfsmittel verboten, in Pennsylvania und Washington beispielsweise mechanische Enten-Lockvögel mit drehenden Flügeln.
In Washington wurden die Jäger befragt, was ihnen lieber sei: eine Verkürzung der Jagdsaison, oder ein Verbot der Lockvögel wie etwa Robo Duk. Die Jäger entschieden sich für das Verbot.
Robo Duk
