Musiklabels wollen teurere Downloads
Den wachsenden Markt für Online-Musik verfolgen die großen Musiklabels mit Argusaugen.
Die Preise der einzelnen Songs - immerhin kann man sich für weniger als den Preis einer CD ein komplettes Album mit seinen Lieblingssongs zusammenstellen - waren den Labels von Anfang an nicht geheuer. Nur durch den Druck des Online-Marktes und der Erkenntnis, ein wichtiges Vertriebsmodell versäumt zu haben, hatten die Labels damals den bis heute gültigen Preisen zugestimmt.
Nun wollen sie höhere Preise durchsetzen, um die Profitabilität ihrer Online-Ausflüge zu erhöhen.
Der Markt, so sind die meisten Labels überzeugt, würde eine Preiserhöhung gut verkraften. Derzeit werden einzelne Songs um rund einen Euro angeboten.
Preiserhöhung in Verhandlung
Derzeit verhandeln gleich mehrere große Musikfirmen mit den
Online-Retailern, um die Preiserhöhung durchzusetzen, wie die
"Financial Times" berichtet. Konkret wollen sie die
Großhandelspreise, die sie von den Online-Musikstores verlangen,
erhöhen. Der Schritt hätte automatisch eine Preiserhöhung auch für
die Konsumenten zur Folge.
Immer mehr bezahlen für Online-MusikGroßhandelspreis liegt bei 65 Cent
Der derzeitige Preis liegt laut "Financial Times" ["FT"] bei rund 65 Cent.
Universal und Sony BMG sind noch vorsichtig, was eine Preiserhöhung betrifft. EMI und Time Warner wollen zu der Thematik keine Stellungnahme abgeben. Einige Marktbeobachter fürchten, dass eine Erhöhung des Preisniveaus die User wieder zurück in die Arme der Tauschbörsen treiben könnte.
Unzufrieden mit Apples Marktmacht
Die Musiklabel sind abgesehen vom Preisniveau auch unzufrieden
mit der Marktmacht Apples. Das Unternehmen hat auf dem
Online-Musikmarkt einen Marktanteil von 65 Prozent - die neuen
billigeren iPods dürften noch mehr dazu beitragen, den Marktanteil
zu heben. Apple verweigert den Kommentar, doch laut "FT" ist CEO
Steve Jobs angeblich äußerst verärgert über den Vorstoß.
Die Zukunft des ApfelsEin Anliegen der Labels dürfte sein, ein variables Preismodell einzuführen. So könnte für aktuelle Tophits mehr verlangt werden.
Mittlerweile steht auch Online-Musikpionier Apple im Kreuzfeuer - die Europäische Kommission untersucht, ob britische Konsumenten nicht übervorteilt werden, indem sie mehr als andere EU-Kunden zahlen, gleichzeitig aber nicht auf landesfremden iTunes-Sites einkaufen dürfen.
