28.02.2005

MANNEQUIN

Roboter posiert als Schaufensterpuppe

Eine japanische Firma hat einen Model-Roboter entwickelt, der für Kunden posieren und dabei erfassen soll, wer sie sind und was sie kaufen.

Der "weibliche" Bot mit dem Namen "Palette" soll nach Meinung der Entwickler künftig Schaufensterpuppen ersetzen.

Sobald ein Kunde sich der Puppe nähert, dreht sich diese in seine Richtung und posiert. Dadurch soll die Kleidung besser zur Geltung kommen und der Kauf-Appetit beim Kunden geweckt werden.

Dafür verwendet der Hersteller Flower Robotics eine Bewegungs- und Erfassungstechnologie, durch die sich "Palette" Bewegungen von den Supermodels abschaut. Dabei bleibt sie vorerst noch etwas eingeschränkt - die Roboter-Puppe besitzt nämlich vorerst noch keine Beine, sondern nur einen Metallständer.

Einsatz als Industrie-Spion

Die so zum Leben erweckte Schaufensterpuppe soll aber außerdem als Industrie-Spion eingesetzt werden und über integrierte Kameras Alter und Geschlecht der Käufer sowie die bereits erledigten Einkäufe anhand der Tragtaschen, die sie mit sich führen, analysieren.

Der Entwickler Tatsuya Matsui sieht eine gute Chance, dass sich solche bewegten Puppen in Zukunft durchsetzen könnten, da Schaufenster rund um die Welt seit mehr als einem Jahrhundert statisch sind.

Dass sich jemand nach Vorbild des 80er-Jahre-Films "Mannequin" in die Puppe verliebt, soll vermieden werden, indem die Puppe kein Gesicht besitzt. Dadurch soll von den ausgestellten Waren nicht abgelenkt werden.

In Zukunft soll der Schaufensterbot auch mit Beinen sowie in einer Männer- und Kinder-Version hergestellt werden. Der Preis wird auf Wunsch der Hersteller nicht viel über dem von herkömmlichen Schaufensterpuppen liegen.