EU-Domain rückt in Greifweite
Mit der Einführung der EU-Domain will Europa seine Einheit auch im Internet demonstrieren. Nach jahrelangem Tauziehen und ungezählten Verzögerungen rüsten sich nun die Registrare für den Kampf um die Akkreditierung zur Vergabe der neuen Domain.
Analysten sehen großes Potenzial für .eu: Bis zu 500 Millionen Registrierungen werden erwartet. Mit Ende 2004 gab es weltweit geschätzte 65 Millionen Domain-Namen, etwa 32 Millionen davon mit der Endung .com.
Doch im Gegensatz zu .com wird .eu wirklich auf die Europäische Union beschränkt. Im Oktober 2004 hat die EU-Kommission den Registrar EURid beauftragt, die Regeln für die Vergabe festzulegen. Diese werden zwar erst im April veröffentlicht, sind aber in den Grundzügen bekannt.
Der zuständige EU-Kommissar Erkki Liikanen hofft, dass mit .eu eine "europäische Identität im Internet" entsteht.
Holpriger Start für EU-DomainMarkenrechtsinhaber bevorzugt
Die .eu-Domain ist für Firmen, die ihre Headquarters, Verwaltung oder ihre Hauptniederlassung in einem der 25 Europäischen Staaten haben, verfügbar, Privatpersonen müssen einen festen Wohnsitz innerhalb der EU vorweisen. Die Schweiz ist demnach zunächst nicht "teilnahmeberechtigt".
Während der "Sunrise Period", die im dritten Quartal beginnen soll, werden die Inhaber von Markenrechten und öffentliche Organisationen bevorzugt.
Zum bisher noch nicht festgelegten, endgültigen Starttermin ist die Domain dann für jedermann erhältlich. Zu diesem Zeitpunkt wird eine Flut von Anmeldungen vor allem von Privatpersonen und kleineren Unternehmen erwartet. Dabei gilt: Wer zuerst kommt, wird zuerst bedient.
Vor allem für englische Allgemeinbegriffe wie etwa television, media, press oder sex wird dabei ein erbitterter Kampf erwartet.
