Überwachung am Arbeitsplatz
Anonymität im Internet und der Überwachung am Arbeitsplatz waren gestern die Themen einer Podiumsdiskussion auf der Fachmesse ITnT in Wien. "Anonymität hat keine Lobby, weder Politik noch Wirtschaft haben daran ein Interesse - ganz im Gegenteil", erklärte Jürgen H. Gangoly von der Beratungs- und Informationsstelle "Internet-Ombudsmann".
Die Unternehmen würden Daten auf Vorrat sammeln, um zu einem späteren Zeitpunkt einen Vorteil im Wettbewerb zu haben. "Es gibt in Österreich bereits kommerzielle Anbieter - auch hier in der Messehalle -, die durch die Zusammenführung von Daten Gesamtbilder von Personen erstellen. Das wird beispielsweise im Personalmanagement schon eingesetzt", so Gangoly. Technisch sei bereits weit mehr möglich, als man bekannt gebe.
Von einem "Machtmissverhältnis" zwischen Kunden und Unternehmen sprach auch Michaele Denk vom E-Commerce Competence Center Wien. Erst wenn die notwendige Transparenz vorhanden sei, könne jeder selbst entscheiden, welche Vorteile ihm die Preisgabe der Daten bringe.
Zum Einsatz kommen beispielsweise Programme, die nicht nur jeden einzelnen Tastenanschlag und jede Aktion kontrolliert, sondern in Großbritannien auch als rechtsverbindlicher Beweis für mögliche Vergehen akzeptiert werden.
Mitarbeiter-Überwachung wird strengerAnonymität gegen Bequemlichkeit
"Berührungspunkte muss es geben, sonst werden die Möglichkeiten durch neue Technologien eingeschränkt. Anonymität geht auch auf Kosten der Bequemlichkeit", so Armin Sumesgutner von der Telekom Austria. Es könne zwar auf Grund bestimmter Daten ein Raster über die Kunden gelegt werden, die anfängliche "explosionsartige Zunahme des Datensammelns" befinde sich aber schon wieder im Rückgang.
Durch Anonymität werde der Nutzen der Technologie zunichte gemacht, Regulative bei der Datennutzung seien aber notwendig, erklärte auch Carlo Wolf von Cisco Systems. "Ich persönlich bin bereit, mit den Risiken und Nebenwirkungen zu leben, um von den Vorteilen zu profitieren", so Wolf. Wenn ein Unternehmen das Verhalten von Mitarbeitern am Arbeitsplatz kontrolliere, müsse das aber offen gelegt werden.
"So ein Monitoring ist auch legitim. Dass darüber offen informiert wurde, ist mir aber noch nicht untergekommen", meinte hingegen "Internet-Ombudsmann" Gangoly.
