Satelliten, am Seil ins All geschleppt
Ein hundert Kilometer langes Seil könnte Satelliten künftig treibstoffsparend in eine höhere Umlaufbahn schleudern. Die rotierende Leine soll die Höhe des Raumflugkörpers mithilfe von Solarzellen und dem Erdmagnetfeld ankurbeln.
An einer solchen Schleppleine arbeitet die NASA im Zuge des MXER-Projekts [Momentum-Exchange Electrodynamic Reboost].
Derzeit werden Satelliten an Bord von Raketen in den Orbit befördert. Je weiter dabei die Reise geht, desto mehr Treibstoff wird auch verbraucht.
Würde man die Satelliten nur in eine wenig entfernte Umlaufbahn bringen und anschließend mit dem Seil anschieben, könnten solche Operationen wesentlich günstiger durchgeführt werden.
Angelschnur im All
Das Seil könnte aus dem gleichen Material wie eine Angelschnur
gefertigt werden. Gespannt gehalten wird das Seil dabei durch die
Rotation und einem Gewicht an jedem Ende.
MXER-Projekt der NASADie Leine soll sich in einer elliptischen Umlaufbahn in Höhe von 320 Kilometern bewegen und eine Höhe von bis zu 36.000 Kilometern erreichen können.
Dann könnte der Satellit in einer niedrigen Umlaufbahn von dem Netz eingefangen und weiterkatapultiert werden. Dabei würde die Leine zwar etwas Bewegungsenergie einbüßen, die Rotation könnte aber mithilfe von Solarenergie, die vom Erdmagnetfeld beeinflusst wird, wieder hergestellt werden.
Damit wäre die Lebensdauer der Leine nur durch Strahlungsauswirkungen und winzige Meteoriteneinschläge begrenzt.
Die ersten Labortests des Systems sollen in zwei Monaten beginnen. In fünf bis zehn Jahren wären bereits erste Schleudermissionen denkbar.
