11.02.2005

AUFGESPECKT

Tele.ring mit einer Million Kunden

Der viertgrößte österreichische Mobilfunkbetreiber tele.ring hat 2004 beim Kundenzuwachs laut eigenen Angaben stärker zugelegt als seine Mitbewerber. "Das Vorjahr ist sehr gut gelaufen, wir haben ein gewaltiges Wachstum bei Umsatz, Kunden und Ergebnis verbucht", sagte tele.ring-Chef Michael Krammer.

Die Zahl der Handykunden sei 2004 netto um mehr als 200.000 gestiegen, damit habe man das selbst gesteckte Ziel erreicht, 2004 die Einmillionenmarke bei Handy- und Festnetzkunden zu überschreiten, so Krammer.

T-Mobile hat die Zahl der Kunden im Vorjahr vergleichsweise nur um 11.000 Kunden [auf 2,042 Mio. Kunden] gesteigert, bei One stieg die Zahl um 70.000 Neukunden auf 1,502 Millionen. Einzig die mobilkom austria veröffentlichte ihre Zahlen noch nichtt.

Die Zahl der tele.ring-Mitarbeiter sei 2004 um rund 60 auf 580 Beschäftigte gestiegen, Personalabbau sei nicht geplant, so Krammer.

Klagsstreit mit mobilkom austria

Unglücklich ist man bei tele.ring jedoch über den nicht enden wollenden Streit mit der mobilkom, die tele.ring mehrmals auf Grund deren Werbekampagne beim Handelsgericht Wien verklagt hatte.

Der mit der mobilkom geführte Klagsstreit sei "völlig sinnlos, das bringt niemanden was", betonte Krammer. Die Streitigkeiten würden gewaltige Manpower binden und zudem Anwaltskosten von "jenseits der 20.000 Euro" pro Verfahren verursachen. Das könne nicht die Zukunft sein, tele.ring sei immer gesprächsbereit gewesen, appellierte Krammer an die mobilkom.

Die Klagen der mobilkom betreffen mehrere Werbekampagnen von tele.ring, die allerdings schon vor Wochen und Monaten eingestellt wurden.

So hatte die mobilkom tele.ring im September 2004 wegen der Werbelinie mit "Speckmännchen" im Käfig mit der Argumentation, diese Art der Werbung sei "ethisch und moralisch bedenklich" und ein Angriff auf dickleibige Menschen, verklagt.

Unstimmigkeit über "UMTS Plus"

Auch bei der mobilkom hätte es in den vergangenen Monaten viele Anlässe zu einer Klage gegeben, doch tele.ring habe immer davon abgesehen, mit einer Ausnahme: Mit dem "UMTS plus"-Angebot habe die mobilkom es auf die Spitze getrieben, daher habe man - wie einige andere Mitbewerber - eine Klage gegen den Marktführer wegen Irreführung der Konsumenten eingebracht, so Krammer.

Auch die von der mobilkom angebotene UMTS-Datenkarte funktioniere nicht mit der EDGE-Technologie, einer UMTS-Vorstufe.

Tele.ring selbst setzt bei der dritten Mobilfunkgeneration auf den nächsten Entwicklungsschritt HSDPA [High-Speed-Downlink-Packet-Access]. Diese Technologie, die eine Bandbreite zwischen 384 Kilobit und 10 Megabit pro Sekunde erlaube, wolle man 2006 als erster österreichischer Handynetzbetreiber anbieten. Auch Vodafone setze auf dieses Software-Upgrade für UMTS. Bei UMTS sind maximal 2 Megabit pro Sekunde möglich.