Roboter-Skorpion soll Planeten erforschen
Für die Erkundung von Planeten steht Forschern in naher Zukunft ein neues Hilfsmittel zur Verfügung. Ein achtbeiniger, skorpionähnlicher Roboter ist in der Lage, steile Felsen zu bewältigen, unebenes Terrain zu durchqueren und sich in Verstecke zu zwängen, zu denen größere, konventionelle Roboter mit Rädern oder Ketten keinen Zugang haben.
Der Prototyp des Skorpion-Roboters hat die Größe eines Hundes und wurde von einem Roboterspezialisten an der Universität Bremen entwickelt.
Nun wird der Roboter im Ames Research Center der NASA in Moffet Field [Kalifornien] bewertet. "Die interessantesten Plätze auf dem Mars befinden sich auf der Oberfläche von Felsen oder in Gebieten, die für autoähnliche Roboter zu klein oder zu steinig sind", so Silvano Colombano, Wissenschaftler der NASA. Ein Skorpion sei in der Lage, in diese Gebiete zu gelangen, die Geologie zu betrachten und Proben zu nehmen.
Zwei Wiener Fußballroboter, die für ein japanisches Projekt demnächst riesige Solarnetze im All warten und ausrichten sollen, wurden dafür im schwerelosen Krabbeln trainiert.
Fußballroboter im WeltallReflexe übernehmen das Kommando
Laufende Roboter sind ein relativ neues Gebiet. Wissenschaftler nehmen sich ein Beispiel an der Biologie, um die Maschinen mit einer vielseitigen Leistungsfähigkeit auszustatten.
Der Skorpion-Roboter bewegt sich in derselben Art, wie es sein natürliches Pendant zu tun pflegt. Colombano: "Das Programm ist so flexibel, dass es sich der Umwelt anpassen kann. Es verfügt über Reflexe, die das Kommando übernehmen, wenn die Bewegung auf irgendeine Weise blockiert ist."
Die Manövrierfähigkeit des Roboters hat aber auch ihren Preis: mangelnde Energieversorgung. "Er benötigt einen größeren Roboter, der ihn mit Energie beliefert oder ihn auflädt", so Colombano. Wenn dieser technische Knick ausgebügelt werden kann, ist der Skorpion-Roboter bereit für seine erste Mission.
Der Skorpion könne auch auf der Erde eingesetzt werden, beispielsweise bei der Suche nach Minen und bei einem Erdbeben, um verschüttete Überlebende ausfindig zu machen.
