10.02.2005

"BEST PICTURE"

Wieder mehr Oscar-Filme illegal im Netz

Die Verbreitung von illegalen Kopien von Screenern vor der Oscar-Verleihung am 27. Februar hat im Vergleich zum Vorjahr signifikant zugenommen.

Alle fünf in der Kategorie "Best Picture" nominierten Filme sind im Netz als Download verfügbar. Als Screener werden die Filme bezeichnet, die von den Hollywood-Studios als DVDs an die Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences verschickt werden.

Trotz der massiven Kampagne gegen die Screener-Piraterie vor der Oscar-Verleihung im Vorjahr ist das Problem in diesem Jahr größer geworden. Das FBI ermittelt bereits in mehreren Fällen.

Betroffen sind unter anderem illegale Kopien der Screener von "Million Dollar Baby" von Warner Bros und der Sony-Pictures-Filme "Spanglish" und "Closer".

Studios sind selbst schuld

Screener-Piraterie macht zwar nur einen geringen Anteil an der gesamten Online-Filmpiraterie aus, die Screener-Kopien weisen aber eine wesentlich höhere Qualität auf und dienen auch als Quelle für den illegalen Straßenverkauf von DVDs.

Grund für die Zunahme des Problems sind vor allem die Studios selbst. Sie konnten sich bisher nicht auf ein einheitliches Vorgehen einigen. So sei auf die Verpflichtungserklärungen an die Jury-Mitglieder, ihre Screener niemand anderem zur Verfügung zu stellen, von einigen Studios verzichtet worden, weil sich zahlreiche Mitglieder weigerten, sie zu unterschreiben.

Auch auf ein einheitliches technisches Verfahren konnten sich die Studios nicht einigen. So wurden nicht alle Screener mit einem digitalen Wasserzeichen versehen. Dadurch hätten zwar Kopien nicht verhindert werden können, das Aufspüren der "unehrenhaften" Juroren wäre aber wesentlich vereinfacht worden.