30.01.2005

MOBILE

Feratel sucht nach neuen Möglichkeiten

Die börsenotierte Innsbrucker Mediengruppe feratel ist nach einer Phase der Konsolidierung auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten in neue Geschäftsfelder.

Die "Kriegskasse" sei rund sieben bis acht Mio. Euro schwer, so die feratel-Vorstände Markus Schröcksnadel und Ferdinand Hager. Hoffnungen setzt die Gruppe dabei in mobile Dienste.

Feratel investiere jährlich bis zu 450.000 Euro in die Entwicklung von mobilen Anwendungen im Tourismusbereich wie das Abrufen von Hotelzimmerverfügbarkeiten oder von Panorama-Kamerabildern via Handy, so Schröcksnadel.

Dazu habe man Partnerschaften mit den österreichischen Handynetzbetreibern mobilkom austria, T-Mobile, One und Hutchison ["3"] geschlossen, in Deutschland arbeite man mit E-Plus zusammen, in den Niederlanden mit der KPN.

Mehr Usability notwendig

Allerdings müssten Anwendung und Verrechnung der Dienste künftig einfacher werden, damit sie auch wirklich angenommen werden, räumte Hager ein. Zusatzeinnahmen könnte künftig auch der Verkauf von touristischen Inhalten auf Websites von Tourismusverbänden oder Skigebieten bringen, auf denen Panorama-Bilder der feratel zu sehen sind.

Expansionsmöglichkeiten sieht das Unternehmen in Sommertourismus-Destinationen wie Spanien, Portugal und Griechenland. Hier könnten Kameras am Strand und in Städten aufgestellt werden.

Im Bereich Informations- und Reservierungssysteme plant das Tiroler Unternehmen Projekte in Bulgarien, Ungarn und Slowenien. Mit feratel-Systemen wurden 2004 rund 430.000 Buchungen mit einem Buchungsumsatz von 100 Mio. Euro getätigt, was eine 20-prozentige Steigerung gegenüber 2003 darstellt.

Das dritte Quartal 2004/05 [bis 31. Jänner], werde durch eine Rückstellung von 290.000 Euro auf Grund einer Klage in Deutschland belastet, es sei aber dennoch mit Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis zu rechnen, so Hager.

Im ersten Halbjahr 2004/05 erzielte das Unternehmen bei einem Verlust im Betriebsergebnis [EBIT] von 996.500 Euro einen Umsatz von 5,65 Mio. Euro.

Trotz eines stetigen Kursverfalls der Aktie will Schröcksnadel keine Maßnahmen zur Vergrößerung des Streubesitzes oder zur Verbesserung der Handelbarkeit der Aktie tätigen. Auch die bisherige Dividendenpolitik werde beibehalten, für 2003/04 werde sechs Eurocent je Aktie ausgeschüttet.