Freies WLAN für die Nachbarschaft
Eine Reihe von Organisationen hat es sich zum Ziel gesetzt, gratis und ohne Restriktionen freies Wireless LAN [WLAN] anzubieten.
So existiert etwa in Wien das Projekt "Funkfeuer", ein kleines WLAN-Netz, das ursprünglich vom Provider Silverserver errichtet wurde. Weil es sich kommerziell nicht rechnete, wurden die bestehenden Knoten von einer Gruppe übernommen, die ein freies Bürger-Netz aufbauen möchte.
Mitmachen kann jeder, der bereit ist, einen WLAN-Zugang selbst zu installieren. Mit Grundkenntnissen in Linux und der technischen Unterstützung der Community sei das keine Hexerei, meint Aaron
Kaplan.
Die Teilnehmer müssen selbst eine Antenne auf dem Dach installieren und sich bei Funkfeuer in die Mailingliste eintragen, dann sind sie dabei. Der Uplink ins Internet wird derzeit gratis vom Internet-Provider "AT.net" zur Verfügung gestellt.
Sollten die Sponsoren eines Tages abspringen, will Funkfeuer als Verein oder Genossenschaft Bandbreiten günstig einkaufen und auf
Free2air
Die Idee, WLAN-Technologie für offene und öffentlich nutzbare Netzwerke einzusetzen, lag um das Jahr 2000 herum einfach in der Luft, schreibt der Medienkünstler und Autor Armin Medosch in
seinem Buch "Freie Netze - Geschichte, Politik und Kultur offener WLAN-Netze", das im Vorjahr im Telepolis-Verlag erschienen ist.
Der gebürtige Grazer mit Wohnsitz in Hackney beschreibt darin etwa den Aufbau freier Funknetzwerke im Londoner East End. Und
zwar aus einer Nahperspektive - ist er doch selbst Teil der Community, die sich rund um "Free2air" entwickelt hat.
Dieser frei zugängliche Funknetzknoten versorgt über eine Rundstrahlantenne auf dem Dach eines, kleinen zweistöckigen Hauses umliegende Studios und Büros mit Breitbandzugang
Hinter free2air steht der Server namens Groundzero, den Adam Burns betreibt. Der gebürtige Australier begann bereits 1999 mit Funknetzen zu experimentieren, der Aufbau freier,
nichtkommerzieller Kommunikationsnetze war ihm schon lange ein Anliegen. Den Namen "free2air" versteht er als politisches Statement, denn "to air an opinion" lässt sich mit "eine Meinung äußern" übersetzen.
Die Nutzer schätzen an der lokalen Netzinfrastruktur vor allem den eigenen Datenraum, wo Voice over IP oder Filesharing möglich sind. Und solange die audiovisuellen Inhalten im eigenen Funknetzwerk gestreamt werden, verursachen sie keine Kosten.
Buchtipp: Freie NetzeHeute 22:30 im Ö1-Magazin matrix
Ina Zwerger hat die freie Netzwerkinsel am
Ende der Hackney Road besucht und
berichtet, wie die offene Datenwolke
Nachbarn und Kulturprojekte verbindet.
Sonja Bettel bringt einen Beitrag zum
Thema "Drahtlos im Weinberg: W-LAN-Wolken ziehen über Österreich".
Drahtloses Internet für ländliche Regionen
