13.01.2005

ZUM ABSCHIED

Einheitlicher Standard für Biometrie-Pässe

Der scheidende US-Heimatschutzminister Tom Ridge hat sich für gemeinsame internationale Standards bei biometrischen Daten in Reisedokumenten ausgesprochen.

"Wir brauchen einen weltweit einheitlichen Standard", so Ridge am Donnerstag in Brüssel. Aus der Sicht von Experten im Bereich der Exekutive seien elektronisch gespeicherte Fingerabdrücke die beste Methode, so der US-Heimatschutzminister. Ridge will unter anderem über biometrische Daten mit der EU-Kommission beraten.

Zusätzlich zu Fingerabdrücken könnten auch andere Systeme zum Einsatz kommen, etwa die biometrische Iriserkennung, so Ridge. Die Abgleichung von digitalen Fotografien der Reisenden allein reiche jedenfalls nicht aus.

"Wir brauchen multiple Systeme", betonte der US-Minister. "Ich will nichts diktieren. Ich möchte nur eine Diskussion starten."

Fingerprints auch in US-Pässen

Unmittelbar vor seinem Besuch in Brüssel hatte sich Ridge auch dafür ausgesprochen, künftig in Pässen von US-Bürgern deren Fingerabdrücke als biometrische Daten elektronisch zu speichern.

"Wenn wir vom Rest der Welt verlangen, Fingerabdrücke in ihre Pässe aufzunehmen, müssen wir das auch tun", so Ridge.

Das würde den amerikanischen Grenzbeamten die schnelle und problemlose Identifizierung von US-Bürgern ermöglichen, so Ridge, der in den nächsten Wochen von Michael Chertoff abgelöst wird.

Innerhalb der Regierung Bush sind Fingerabdrücke in Reisepässen allerdings mindestens ein ebenso heißes Thema wie anderswo.

Zwar werden im nächsten Jahr auch in den USA Biometrie-Reisepässe ausgegeben, die einen Chip für die Speicherung von persönlichen Daten des Inhabers und ein digitales Bild haben, Fingerprints werden laut den letzten Beschlüssen nicht enthalten sein.

Zehn Fingerprints ein "Alptraum"

Ridge empfahl seinem Nachfolger auch, aggressiv zu sein und zehn Fingerprints für die Speicherung auf den Reisepässen anzustreben. Ein Vertreter des Heimatschutzministeriums meinte jedoch, dass das ein "logistischer Alptraum" sei.

Bis dato hatte sich die US-Regierung auch gegen eine Verschlüsselung der Daten ausgesprochen, da sie Schwierigkeiten beim Auslesen durch Behörden wie den Zoll befürchtete.

Doch auch in den USA monierten Datenschützer und Experten, dass ohne Verschlüsselung die Daten leicht ausgelesen werden können. Doch selbst mit Verschlüsselung dürften auch US-Bürger kein gutes Gefühl dabei haben, wenn sie ihre Fingerabdrücke für den Pass hergeben müssen. "Die Leute werden das Gefühl haben, dass sie wie noch nie zuvor überwacht werden", meint Ari Schwarz vom Center for Democracy and Technology in Washington.