Siemens dementiert Stellenabbau
Der Siemens-Konzern plant nach einem Zeitungsbericht den Abbau von mehr als 1.000 Stellen in München. Der Konzern selbst sprach von Spekulationen, entsprechende Beschlüsse seien nicht bekannt.
Die beschlossene Kürzung betreffe die neu gebildete Kommunikationssparte Siemens Com, die größte Sparte des Konzerns, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" am Samstag vorab.
Durch die Zusammenlegung der Bereiche Netzwerke und Mobilfunk im vergangenen Oktober fielen nun mehrere hundert Stellen in zentralen Bereichen weg, die Rede sei von mindestens 500 überzähligen Jobs. Ein Siemens-Sprecher sagte zu dem Bericht auf Anfrage: "Mir ist kein solcher Beschluss bekannt. Das ist reine Spekulation."
Dass Siemens in der Kommunikationssparte Probleme hat, ist nicht neu. Für die defizitäre Handy-Sparte zieht der Konzern auch einen Verkauf in Betracht, möglicherweise wird Siemens zur Hauptversammlung Ende Januar Einzelheiten über sein Vorgehen nennen. Allein das Handy-Geschäft hatte dem Konzern im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 152 Millionen Euro beschert.
Handy-Entscheidung fällt im JännerLaut Analysten 2.500 Jobs gefährdet
Durch die Zusammenlegung der Mobilfunksparte mit dem Netzwerkbereich ICN wird letztlich auch angestrebt, dass die Bereiche künftig die Vorgabe einer operativen Rendite von acht bis elf Prozent erreichen, was seit Jahren misslingt.
Ein Stellenabbau ist nach Einschätzung von Branchenbeobachtern dabei unvermeidlich. Einige Analysten rechnen mit dem Abbau von bis zu 2.500 Stellen in der Sparte, die weltweit etwa 60.000 Mitarbeiter umfasst.
Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete weiter, Einschnitte gebe es auch bei den Mobiltelefonen. Zudem habe der Siemens-Vorstand Handlungsbedarf in der Festnetzsparte erkannt. Dort entwickle sich das Geschäft offenbar so schlecht, dass jetzt nochmals einige hundert Stellen dem Rotstift zum Opfer fielen. Außerdem befürchte der Konzernbetriebsrat einen Verlust von Arbeitsplätzen in der Handy-Produktion in Bocholt und Kamp-Lintfort.
