Tschechien will Wertkartenhandys behalten
Tschechien plant derzeit keine Abschaffung der anonymen Wertkarten-Mobiltelefone, wie sie in einigen Ländern im Namen der Terrorismusbekämpfung erfolgt ist.
Nach Angaben der Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" bestätigte dies Innenminister Frantisek Bublan in Reaktion auf die Abschaffung der "namenlosen" Handys in der Schweiz Ende 2004.
"In einigen Ländern gibt es die anonymen Mobiltelefone nicht. Das jetzige System [in Tschechien] gibt aber den Leuten diese Freiheit, die ich in diesem Fall nicht beschränken würde", meinte Bublan. Er würde lieber den jetzigen Zustand behalten, auch wenn er wisse, dass es für die Sicherheitsorgane einfacher wäre, Kriminalität und Terrorismus zu bekämpfen.
Problem "von Anfang an" gekannt
Die Sprecherin des Informationsministeriums, Klara Volna, sagte
dazu, man habe das Problem der Anonymität der Handys von Anfang an
gekannt. Trotzdem habe man keine Regulierung beschlossen, weil
gerade jene mobilen Telefone, für die die Kunden Wertkarten kauften,
ohne ihre Identität zu verraten, den tschechischen
Telekommunikationsmarkt "in Bewegung gebracht" hätten.
Swisscom schaltet Wertkarten-Handys ab13 Millionen Handys in Tschechien
In Tschechien mit 10,2 Millionen Einwohnern gibt es zur Zeit etwa 13 Millionen Handys, wovon etwa sieben Millionen anonym sind. Drei Provider bieten in diesem Bereich in Tschechien ihre Dienstleistungen an: Eurotel, T-Mobile und Oskar.
Die Provider können sich die Abschaffung der Wertkartenhandys nicht vorstellen, auch wenn sie behaupten, dass sie sich eventuell Änderungen des Gesetzes anpassen müssten. "Wegen der Anonymität kaufen doch die Leute die Wertkarten", zitierte die Zeitung eine Sprecherin von Eurotel, Diana Dobasova. "Aber bei uns würde die Abschaffung drei Millionen Kunden betreffen", fügte Martina Kemrova von T-Mobile hinzu.
