Vodafone bastelt an Online-Musikshop
Der Mobilfunkkonzern Vodafone erwägt, seine Festnetztochter Arcor komplett zu übernehmen und die Marke abzuschaffen. Außerdem will Vodafone sein Musikangebot stärken.
"Es gibt keinen strategischen Grund, 74, aber nicht 100 Prozent an Arcor haben zu wollen", sagte Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen Agenturjournalisten im Vorfeld der Branchenmesse CeBIT. "Mein Eindruck ist, dass Deutsche Bank und Deutsche Bahn kein strategisches Interesse an Arcor haben", sagte Joussen. "Insofern ist ein wesentlicher Faktor bei der Frage, ob wir die Restanteile an Arcor übernehmen, der Preis."
Der Vodafone-Chef sieht sich aber nicht unter Zeitdruck und will zunächst mit beiden Marken DSL-Kunden gewinnen. "Solange die Marke Arcor noch so stark wächst, macht es keinen Sinn, sie vom Markt zu nehmen." Vodafone stehe im DSL-Geschäft noch am Anfang. Allerdings nehme die Bekanntheit zu. "Im aktuellen Quartal läuft der DSL-Absatz bei Vodafone gut, noch besser als schon im Weihnachtsquartal", sagte Joussen.
Umsatz mit Datendiensten stärken
Wachstumschancen sieht Joussen im mobilen Internet. "Meine Vorstellung ist, dass wir mit Datendiensten im nächsten Geschäftsjahr an die Erlöse mit Kurznachrichten [SMS] von derzeit knapp eine Milliarde Euro herankommen."
Langfristig sollten die Datendienste einschließlich SMS an die Sprachumsätze heranreichen. Derzeit liegt der Anteil bei 25,6 Prozent.
Dritter im Online-Musikmarkt
Um die mobile Internet-Nutzung für seine Kunden attraktiver zu machen, will Joussen das Musikangebot des Konzerns verbessern. "Insbesondere bei einem Thema wollen wir führend werden, nämlich bei Musik." Heute liege das Music-Shopping von Vodafone nur knapp hinter den Portalen musicload der Deutschen Telekom und iTunes von Apple.
"Der Verkauf von CDs geht massiv zurück. Große Chancen sehe ich darin, über das Handy und das Internet neue Absatzmärkte zu schaffen", sagte Joussen. "Warum publiziert Paul McCartney heute schon bei Starbucks? Weil er dort die Vertriebspower sieht. Unsere Stärke in Deutschland ist der Vertrieb."
(Reuters)
