Startschuss für TI-Fusion mit TIM
Die Transaktion zur Fusion der Telecom Italia [TI] mit ihrer Mobilfunktochter TIM hat begonnen.
Seit Montag läuft ein Kaufangebot für Stammaktien und Sparaktien von TIM zu einem Preis von 5,60 Euro je Aktie. TIM gehörte bisher bereits zu 56 Prozent der TI. Beim nunmehrigen öffentlichen Kaufoffert bietet TI je Titel beider Kategorien 5,60 Euro in bar. Das Angebot läuft bis zum 21. Jänner.
Mit dem Kaufoffert will Telecom Italia die Beteiligung am Stammkapital von TIM bis auf maximal 85,4 Prozent erhöhen. Der Kauf der TIM-Aktien wird mit Bankkrediten in der Höhe von zwölf Mrd. Euro finanziert. Die Verschuldung von Telecom Italia wird damit voraussichtlich auf 44 Mrd. Euro klettern.
Mit dem Kaufoffert will die Telecom Italia die komplexe Kontrollstruktur innerhalb der Gruppe vereinfachen und ihre Schulden abbauen.
Nach dem Ablaufen des Bargeldofferts sollen die übrigen Stammaktien von TIM in einem zweiten Schritt durch einen Aktientausch übernommen werden. Dafür wurde festgelegt, dass die Minderheitsaktionäre für ihre restlichen Anteile je 1,73 ordentliche Aktien von TI erhalten werden. Der Plan zur vollständigen Übernahme von TIM wurde an der Börse bisher positiv aufgenommen.
Telecom Italia übernimmt TIMNeuorganisation
Bereits im Vorjahr hatte TI-Chef Marco Tronchetti Provera eine radikale Vereinfachung des komplizierten Schachtelsystems durchgeführt, mit dem sein Reifenkonzern Pirelli die Telecom Italia kontrollierte.
Jetzt soll ein weiterer Schritt zur Rationalisierung der Konzernstruktur unternommen werden, mit der die beiden TI-Hauptaktionäre, Pirelli und die Modegruppe Benetton, den italienischen Telecom-Konzern kontrollieren.
Derzeit besitzt Pirelli 51 Prozent und Benetton 17 Prozent der Finanzholding Olimpia, die ihrerseits 17 Prozent an der Telecom Italia hält. Mit der Verschmelzung soll die als zu lang empfundene Kontrollkette Pirelli-Olimpia-TI-TIM verkürzt werden, was Transparenz und die Unternehmensführung verbessern soll.
