Ansturm auf das Chaos Camp in Berlin
"Wenn der neue Service am Tag des Launches nicht unter dem Ansturm der User in die Knie gegangen ist, dann war es kein wirklicher Erfolg" - Nach dieser Faustregel, die seit den Anfängen des WWW gültig ist, war der erste Tag des 21. Chaos Communication Congress [21C3] ein Erfolg auf allen Linien.
Rund um einige Vorträge beim größten Hacker-Event Europas spielten sich Szenen wie zu Semesterbeginn an Österreichs Unis ab.
Beim Workshop zu "Biometrie in Passdokumenten" am Montag Nachmittag mussten soviele Besucher abgewiesen werden, dass eine Wiederholung angekündigt wurde.
Angesichts eines Konferenzprogramms, das so dicht ist, wie noch in keinem der jetzten Jahre, tut man sich seitens der Veranstalter freilich schwer, einen Timeslot dafür zu finden.
Der Referent zum Thema "Angewandtes Datamining" hatte seine liebe Mühe, überhaupt in den Vortragssaal zu gelangen.
Der große Saal im Berliner Congress-Centrum am Alexanderplatz war mit geschätzten 500 Zusehern am Montag Abend mehrmals restlos überfüllt, wie bei der launigen Keynote des österreichischen Autors Peter Glaser zur Eröffnung am Vormittag.
Chaos-Congress mit "üblichen Verdächtigen"Ausgereiztes WLAN, freundliche Chaoten
Der Ansturm spiegelte sich allerdings auch in der Performance des Netzwerks wider.
Der gewohnte Zusammenbruch der WLANs gleich zu Beginn der Veranstaltung war freilich längst nicht nur dem verpönten, gleichwohl traditionellen Nachwuchs-Wettbewerb zuzuschreiben, Nameservices und Gateways "auf Sicherheit zu testen."
Hier zeigten sich vielmehr die augenblicklichen Grenzen einer Technologie ganz deutlich, sagte Paul Wouters zur futurezone, Wireless LAN sei für eine Kombination so vieler Netze mit derart vielen Usern einfach nicht konstruiert.
Was die Atmosphäre auf der Ebene der Übertragungsprotokolle angeht, so zeigte sich der bekannte Sicherheitsexperte und Krypto-Evangelist überrascht, "wie freundlich es hier zugeht".
Beim größten vergleichbaren US-Event, der DefCon, müsse man alle paar Minuten mit Ports-Scans oder Man-in-the-Middle-Attacks auf den eigenen Laptop rechnen.
Der letzte Vortrag des Montags startete um Mitternacht, der Congress selbst dauert noch bis Mittwoch.
Offizielles Weblog des 21C3
