24.12.2004

DAS WAR 2004

Der Kampf der Suchmaschinen-Giganten

Für die Suchmaschinen-Betreiber war das Jahr 2004 ein bewegtes Jahr. Dabei wurde nicht nur um Marktanteile bei der Online-Suche geeifert, die Suchmaschinen starteten auch den Versuch die Technologie noch einen Schritt weiter zu bringen - auf den Desktop ihrer Nutzer.

Die wichtigsten Player am Markt waren dabei eindeutig Google, Microsoft und Yahoo und keiner der Drei hat in diesem Jahr mit neuen Produkten und Technologien gespart.

Die wachsende Dominanz von Google versuchte heuer vor allem Microsoft zu bekämpfen. Im November stellte der Software-Hersteller seinen lang angekündigten MSN-Suchdienst als offizielle Testversion ins Netz, die finale Version wurde für Frühjahr 2005 angekündigt.

Bis dahin nutzte Microsoft für seinen Suchdienst Inktomi, eine Suchtechnik, die von Yahoo lizenziert wurde.

Desktop als nächste Herausforderung

Bei der schon länger angekündigten Suche auf dem Desktop hat vorerst Google die Nase vorn.

Im Oktober wurde eine Betaversion veröffentlicht, die vorerst nur Windows-Systeme nach Office-Dokumenten, besuchten Websites und Instant-Messaging-Inhalten durchsucht. Künftig soll das Tool auch für Macs angeboten werden.

Während Microsoft angekündigt hat, bis Jahresende eine Testversion auf den Markt zu bringen, hat Yahoo kürzlich den Jänner 2005 als Starttermin bekannt gegeben.

Auch wenn Google und Yahoo bereits länger als Microsoft an der Entwicklung ihrer eigenen Technologie arbeiten, dürfte dies für den Nachzügler keinen allzu großen Nachteil bedeuten.

Worauf es laut einer Studie des Marktforscher Vividence im Suchmaschinen-Wettkampf für die Nutzer wirklich ankommt, ist nämlich weniger die Technologie und die Qualität der Suchergebnisse als das Image.

Lukratives Geschäft

Suchmaschinen sind wegen stetig steigender Werbeeinnahmen zu einem äußerst lukrativen Geschäft geworden. Das hat etwa Google mit seinem erfolgreichen Börsengang eindrucksvoll bestätigt.

Um die Suchergebnisse weiter zu verfeinern und die Nutzer stärker an sich zu binden, werden die Betreiber in Zukunft wohl noch stärker auf Personalisierung setzen.

Der Wettbewerb am Markt für die Online-Suche wird im kommenden Jahr bestimmt nicht nachlassen, doch für die großen Drei wird sich wahrscheinlich nicht viel verändern. Gefährlich wird es in dieser Schlacht eher für alternative Betreiber, die nicht das nötige Kapital für ein solches Wettrüsten haben.