22.12.2004

MOBIL & FEST

Industrie hofft auf TV als Umsatzbringer

Wenn es nach den Wünschen der Industrie geht, soll 2005 das Jahr des Fernsehens werden - und mobil auf dem Handy und über die Telefonleitung.

"Es gibt eine Anwendung, die vor der Tür steht und nach der die Konsumenten wirklich hungern: TV, in Echtzeit und gestreamt", so Anssi Vanjoki, zuständig für Multimedia beim weltgrößten Handybauer Nokia, zuletzt bei einer Investment-Konferenz.

Was Mobilfunkern zu mehr Umsätzen in den Funknetzen der dritten Generation verhelfen soll, ist auch für die Festnetzanbieter eine der wenigen Chancen, aus ihren Netzen noch etwas Profit herauszuholen.

Doch während die Mobilfunker mit kleinen Handy-Schirmen, Akku-Ausdauer und der Netzkapazität zu kämpfen haben dürften, dürften für Festnetzbetreiber wie die Telekom Austria zumindest die dafür nötigen Investitionen im Maße des Erträglichen bleiben - die benötigten Kupfer-Leitungen sind schon in fast jedem Haushalt vorhanden.

TV über Kupferkabel

Während der mobile Markt für TV noch in der Entstehung ist, hat die Telekom Austria [TA] bei ihrem für 2005 geplanten Einstieg ins TV-Geschäft wohl hauptsächlich mit dem bereits bestehenden durch Kabelbetreiber und Satellitenschüssel zu kämpfen.

Die TA will bundesweit 35 TV-Kanäle über die Telefonleitung anbieten - zumindest überall dort, wo der ADSL-Ausbau entsprechend fortgeschritten ist.

Weiters will die TA Videos on demand und zeitversetztes Fernsehen offerieren. Auch interaktive Kanäle, bei denen der Zuseher ins Programm eingreifen kann, sind angedacht. Verhandlungen über die Filmrechte mit den großen Studios in Hollywood seien bereits im Laufen, so die TA.

Wie viel Fernsehen über die TA kosten soll, steht noch nicht fest. Benötigt wird auf alle Fälle ein ADSL-Anschluss und die Set-Top-Box, die zwischen 200 bis 300 Euro kosten soll.