Industrie hofft auf TV als Umsatzbringer
Wenn es nach den Wünschen der Industrie geht, soll 2005 das Jahr des Fernsehens werden - und mobil auf dem Handy und über die Telefonleitung.
"Es gibt eine Anwendung, die vor der Tür steht und nach der die Konsumenten wirklich hungern: TV, in Echtzeit und gestreamt", so Anssi Vanjoki, zuständig für Multimedia beim weltgrößten Handybauer Nokia, zuletzt bei einer Investment-Konferenz.
Was Mobilfunkern zu mehr Umsätzen in den Funknetzen der dritten Generation verhelfen soll, ist auch für die Festnetzanbieter eine der wenigen Chancen, aus ihren Netzen noch etwas Profit herauszuholen.
Doch während die Mobilfunker mit kleinen Handy-Schirmen, Akku-Ausdauer und der Netzkapazität zu kämpfen haben dürften, dürften für Festnetzbetreiber wie die Telekom Austria zumindest die dafür nötigen Investitionen im Maße des Erträglichen bleiben - die benötigten Kupfer-Leitungen sind schon in fast jedem Haushalt vorhanden.
Bei der Einschätzung des tatsächlichen Bedarfs divergieren die Hersteller allerdings mit den Ergebnissen der Meinungsforscher. So sind laut einer Umfrage von Lyra Research nur 14 Prozent aller Befragten "sehr oder extrem interessiert" TV-Programme auf ihren Mobiltelefonen zu empfangen.
Kaum jemand will am Handy fernsehenIn Südkorea haben derzeit 7,3 Millionen Menschen ein 3G-Handy bzw. einen Vertrag mit einem Mobilfunker abgeschlossen. Damit liegt Südkorea bei der 3G-Durchdringung an der Weltspitze.
China und Südkorea als 3G-ParadiesTV über Kupferkabel
Während der mobile Markt für TV noch in der Entstehung ist, hat die Telekom Austria [TA] bei ihrem für 2005 geplanten Einstieg ins TV-Geschäft wohl hauptsächlich mit dem bereits bestehenden durch Kabelbetreiber und Satellitenschüssel zu kämpfen.
Die TA will bundesweit 35 TV-Kanäle über die Telefonleitung anbieten - zumindest überall dort, wo der ADSL-Ausbau entsprechend fortgeschritten ist.
Weiters will die TA Videos on demand und zeitversetztes Fernsehen offerieren. Auch interaktive Kanäle, bei denen der Zuseher ins Programm eingreifen kann, sind angedacht. Verhandlungen über die Filmrechte mit den großen Studios in Hollywood seien bereits im Laufen, so die TA.
Wie viel Fernsehen über die TA kosten soll, steht noch nicht fest. Benötigt wird auf alle Fälle ein ADSL-Anschluss und die Set-Top-Box, die zwischen 200 bis 300 Euro kosten soll.
Technisch ist die Übertragung laut TA kein Problem.Die Kupferleitungen sind laut Angaben auf bis zu vier MBit/s ausgelegt, ein gutes TV-Signal benötige 1,5 MBit. Es sei daher ausreichend Bandbreite vorhanden, um TV-Signale in DVD-Qualität zu liefern, so die TA.
TA geht unter die Kabel-TV-Anbieter
