05.12.2004

MATRIX FORUM

Das Geschäft mit der Sicherheit

In Zukunft, so die Meinung einiger Experten, sollen "intelligente Selbstverteidigungsnetzwerke" gebaut werden. Durch die Einführung von Smart Cards sollen Passwörter abgeschafft werden: Um am Computer arbeiten zu können, soll man sich zuerst identifizieren, dann authentifizieren, um schließlich Zugang zu einem streng abgegrenzten Bereich zu erhalten.

Im Juni 2004 befragte die Gartner Group 2000 Personen bezüglich Sicherheit. Mehr als zwei Drittel gaben an, sich auch ohne Sicherheitsvorkehrungen sicher zu fühlen. Eine Studie von Forrester Research wiederum besagt, dass neun Prozent von sechs Millionen Haushalten auf die eine oder andere Art die Erfahrung gemacht haben, dass Informationstechniken auch eine Gefahr darstellen können.

"Sicherheit ist ein menschliches Problem"

Bruce Schneier: "Es gibt den Glauben,

dass Technik alles verändert. Die Probleme sind deswegen neu, weil die Technik neu ist. In Wahrheit jedoch verändert sich durch die Technik nur die Taktik. Die

grundlegenden Probleme, egal ob es sich um

Betrug oder gefälschte Identitäten

handelt, sind alle uralt. Wir müssen

aufpassen, dass wir das menschliche

Problem, die Angreifer und deren Taten

nicht mit deren Methoden vermischen. Die

Technik ändert sich ständig: wenn es neue

Techniken gibt, dann gibt es auch neue

Methoden, aber der Angriff bleibt

deswegen trotzdem derselbe. Sicherheit ist

Absolute Sicherheit hat es im Internet nie gegeben. Durch das schnelle Wachstum wurde das Netz nicht unsicher, bloß die Anzahl der User hat sich erhöht und manche davon haben eben andere Interessen als die

einstigen Pioniere. Steven Bellovin, der

als Student das Usenet-System mitbegründet hat und heute die US-Regierung in Sicherheitsbelangen rund um das Netz berät, erzählt im Interview mit Mariann Unterluggauer von Betrügereien aus

den Anfängen des Internets, über den Sinn

und Unsinn von Gesetzen und die Wirkung