Lessig kandidiert nicht für US-Kongress

us-Politik
25.02.2008

Videobotschaft an Fans

Der US-Rechtsprofessor und Creative-Commons-Erfinder Larry Lessig hat am Montag in seinem Weblog bekanntgegeben, nicht bei der kommenden Wahl zum US-Kongress antreten zu wollen. Lessig, der in der US-Internet-Gemeinde einen ausgezeichneten Ruf genießt, hatte vergangene Woche angekündigt, sich eventuell in den Kampf um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus stürzen zu wollen.

Unterstützung aus dem Netz

Unterstützt wurde Lessig von Tausenden Anhängern, die den Hochschullehrer mit Zeit, Geld und ihren Wählerstimmen in den Kongress bringen wollten. Lessig dankte diesen Unterstützern, die Erfahrung habe ihn demütig gemacht.

Er habe sich aber entschieden, nicht zu kandidieren, da ein Kampf gegen die sehr beliebte demokratische Politikerin Jackie Speier in deren San Franciscoer Wahlbezirk ihm aussichtslos erscheine, zumal ihm nur wenig Zeit bliebe, seinen eigenen Wahlkampf zu organisieren. Bei einer derart wichtigen Wahl zu verlieren sei auch ein schlechtes Signal für die Bewegung "Change Congress", die versucht, gegen Korruption in der US-Politik zu kämpfen.

Außerdem, so Lessig in seiner Videobotschaft, sei eine breitere Volksbewegung in den USA nötig, um das politische System der Vereinigten Staaten zu reformieren. Der Wandel könne nicht von oben kommen, sondern müsse von den Bürgern getragen werden. Der Urheberrechtsexperte hatte sich unlängst dem Kampf gegen die Korruption in der Politik verschrieben. Im US-Präsidentschaftswahlkampf unterstützt Lessig den Demokraten Barack Obama.