"Marge vor Wachstum" bei T-Mobile
Die Mobilfunk-Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, will auch im wichtigen Weihnachtsgeschäft vorrangig umsatzstarke Kunden gewinnen und damit die eigene Profitabilität verbessern.
Ein T-Mobile-Sprecher sagte am Mittwoch in Bonn, auch im traditionell starken vierten Quartal ziele die Akquise - wie bereits in den vergangenen Monaten - auf Kunden mit hohen Umsätzen. Hinter diesem Ziel stehe das bloße Wachstum bei den Kundenzahlen zurück. "Es kann aber keine Rede davon sein, dass wir das Weihnachtsgeschäft ganz aussetzen", fügte der Sprecher hinzu.
Damit reagierte T-Mobile auf einen Vorabbericht des Magazins "Wirtschaftswoche", wonach der größte deutsche Mobilfunkanbieter dem Vertrieb die Verkaufs-Prämien und -Provisionen für das vierte Quartal gestrichen habe. Das Neukundengeschäft solle noch stärker gedrosselt werden, berichtete das Magazin.
300.000 neue Kunden
T-Mobile verteidigte mit 27,4 Millionen Mobilfunkkunden in
Deutschland Ende September zwar seine Position als Marktführer.
Allerdings blieb das Kundenwachstum, das den Umsatz erhöht, aber
wegen der Ausgaben für Werbung und preisreduzierte Mobiltelefone die
Gewinnmarge drückt, hinter dem Niveau der drei Konkurrenten zurück.
Während T-Mobile rund 300.000 neue Kunden zählte, gewann der größte
Wettbewerber Vodafone mit 620.000 mehr als doppelt so viele hinzu.
T-Mobile als Billiganbieter in GroßbritannienT-Mobile hatte Mitte des Jahres angekündigt, dass die Verbesserung der Gewinnmarge künftig Vorrang vor dem Wachstum der Kundenzahl haben werde. In den ersten beiden Quartalen war die am Ebitda gemessene operative Umsatzrendite gegenüber dem Vorjahr gesunken, da vor allem die Werbung für neue Tarifpakete das Ergebnis belastet hatte.
Im dritten Quartal erholte sich die Marge auf Grund des gedrosselten Neukundengeschäfts zwar wieder, lag aber noch weit unter dem Vorjahreswert von gut 43 Prozent. Bis zum Jahresende will T-Mobile die Marge auf rund 40 Prozent verbessern. Diese Marke gilt bei Analysten als Untergrenze für etablierte europäische Mobilfunknetzbetreiber.
