30.11.2004

LAUSCHANGRIFF

Wenig Sicherheit bei Satelliten-Webzugang

Gravierende Sicherheitsprobleme bei Internet-Zugängen per Satellit haben Bochumer Forscher entdeckt.

Wie die deutsche Ruhr-Universität mitteilte, hörten Andre Adelsbach und Ulrich Greveler vom Lehrstuhl für Netz- und Datensicherheit 24 Stunden lang den Netz-Verkehr über einen der Astra-Stelliten mit und konnten dabei unter anderem Kundendaten von Bankkonten und sogar die Kommunikation zwischen einem Zulieferer und einer militärischen Dienststelle mitlesen.

"Wir waren schon sehr überrascht, wie sorglos selbst kommerzielle Nutzer des Internets mit sensiblen Daten umgehen", sagte Greveler. Offenbar seien sich viele Nutzer eines Internet-Zugangs über Satellit des Problems nicht bewusst.

Verschlüsselung vergessen

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Kundendaten wie Name, Adresse, Geburtsdatum, Einkommen und EC-Kartennummer zunächst mit einer SSL-Verschlüsselung übermittelt wurden.

Später wurden sie jedoch von einem Internet-Händler ungeschützt über Satelliten-Broadcast weitergeleitet und konnten daher auf einfache Weise abgefangen werden.

Die sensitiven Daten seien "ungeschützt in Mitteleuropa ausgestrahlt worden, obwohl die Kunden wegen des SSL-geschützten Zugangs zum Webshop glaubten, dass ihre Daten geschützt waren", kritisierten die Bochumer Forscher.