Musikindustrie will KaZaA stürzen
Sharman Networks, der Betreiber der Online-Tauschbörse KaZaA, steht nun auch in Australien vor Gericht.
Das Unternehmen wurde von den Major Labels und 25 anderen Musikunternehmen aus Europa, Nordamerika und Australien mit dem Ziel auf die Anklagebank gezerrt, das KaZaA-Netzwerk zu Fall zu bringen.
Von der Klage betroffen sind neben Sharman Networks auch die Unternehmen LEF Interactive, Altnet und Brilliant Digital Entertainment. Kern der Klage in Australien ist die Frage, ob Sharman Networks die Inhalte, die via KaZaA getauscht werden, kontrollieren kann.
Schätzungen der Musikindustrie zufolge ist durch P2P-Netze ein Schaden von mehreren Milliarden Dollar entstanden.
Kazaa in den Niederlanden legalEinstellung und Schadenersatz
Im Falle eines Erfolges vor Gericht fordern die Kläger nicht nur eine Einstellung des illegalen Vertriebs von Musik, sondern zudem Schadenersatz für in der Vergangenheit getätigte Downloads.
Die Musikindustrie will nun beweisen, dass die auf KaZaA getauschten Daten vom Betreiber sehr wohl kontrolliert werden können. Denn wenn Sharman etwa Werbeschaltungen oder spezielle Virenfilter in seinem Netzwerk kontrollieren kann, müsse das auch für die anderen Inhalte gelten.
In den USA scheiterte eine P2P-Klage eben an dieser Frage. Sollte nun in Australien der Beweis einer möglichen zentralen Kontrolle gelingen, hätte das auch auf noch immer laufende Verfahren in den USA Einfluss.
Die Tauschbörsen-Betreiber Streamcast Networks und Grokster haben im Frühjahr vor einem US-Bundesgericht einen überraschenden Sieg gegen die Film- und Musikindustrie errungen.
US-Urteil: Tauschbörsen sind legal
