"Kick Ass Kung-Fu" und "Edelweiß Müller"
"Kick Ass Kung-Fu", Sieger in der Kategorie "Games Platforms" des Europrix Top Talent Award 2004, setzt die klassischen Gesetze der Physik außer Kraft und erfordert mehr als die Beherrschung von Keyboard, Maus oder Joystick.
Das Kampfspiel startet sobald die fünf Quadratmeter große Spielmatte betreten wird. Der Computer schickt dabei virtuelle Gegner in den Ring, die den Spieler von vorne, von hinten oder von der Seite attackieren. Jede Bewegung des Spielers wird von der Kamera registriert und auf zwei Leinwände projiziert.
"Das technologische Herzstück liegt in dem von uns entwickelten Algorithmus, in der Software, die die Sound und Videosignale mathematisch analysiert und berechnet wie stark der User zuschlägt oder in welche Richtung seine Bewegungen gehen", so Perttuu Hämäläinen.
Hämäläinen ist einer von drei Finnen, die die "Mixed Reality Installation" als Teil ihrer Abschlussarbeit für die Helsinki University of Arts und die Helsinki University of Technology entwickelt haben.
Europrix Top Talent Award 2004Das Workout der Zukunft?
Der Spieler kann in diesem "Martial Art Environement" fünf Meter hoch springen, unglaubliche Hindernisse überwinden und dabei ordentlich ins Schwitzen kommen. Dass man sich eher einen Muskelkater als eine Sehnenscheidenentzündung holt, ist einer der innovativen Aspekte des Computerspiels.
"Wir ermutigen die Leute ihre physischen Grenzen zu überschreiten und das Computerspiel als Training zu verwenden. Außerdem schaut man einfach besser aus, man hat eine bessere Performance", so Perttuu Hämäläinen.
Die Game-Platform wurde bislang im Rahmen von Ausstellungen und Partys präsentiert. Die drei Finnen wollen mit Kick Ass Kung-Fu nun auch Erlebnisparks, Museen oder Sporteinrichtungen als Kunden gewinnen.
Get to know the Top Projects 2004
Der Nachwuchspreis wurde in Wien in acht Kategorien vergeben,
darunter "Broadband/Online", "Games Platforms", "Mobile Contents",
oder "Cross Media".
Europrix Top Talent AwardLernen - immer und überall
Unter den Siegerprojekten des "Top Talent Award" ist auch eine in Österreich entwickelte mobile Lernplattform namens "Mobile Learning Engine", die Matthias Meisenberger für das Handy entwickelt hat.
Die aus dem Internet herunterladbaren Lerneinheiten können Audio und Video enthalten, kleine Animationen oder was besonders gut kommt: Fragen, die den Wissenstand abprüfen und helfen das bereits Gelernte zu verfestigen.
Die "mobile Learning Engine" läuft auf jedem neueren Handy. UMTS wäre gut, aber GPRS reicht völlig aus, meint der junge Entwickler. Und was lässt sich via Handy lernen? "Im Prinzip alles, da sind keine Grenzen gesetzt."
Die Herausforderung war es, eine Benutzerführung zu entwickeln, die auf allen Handys funktioniert, so Matthias Meisenberger. Für die Entwicklung samt Diplomarbeit hat der Fachhochschulabsolvent ein halbes Jahr gebraucht. Der 22-Jährige hat vor kurzem an der Fachhochschule am Joanneum in Graz den Studiengang "Informationsmanagement" abgeschlossen.
Mobile Learning EngineUnderground-Musik-DVD
Die DVD-Maxi "Edelweiß Müller" ist der Gesamtsieger des diesjährigen "Europrix Top Talent Awards". Das Projekt sei in seiner Verrücktheit genial, so die Beurteilung der Jury.
Die Entwickler und Autoren der interaktiven Multimediaproduktion sind drei Pariser Kunststudenten der renommierten Talentenschmiede Universite Gobeline.
Sie entführen die User in die audiovisuelle Welt der französischen Experimental-Band "Juicy Panic" und der japanischen Sängerin Mami Chan. Auf einer virtuellen Reise von Montana nach Tokio, auf der man unglaublich kitschige Landschaftsaufnahmen zu sehen bekommt, kann man nutzlose japanische Wörter lernen oder in einer interaktiven Karaoke Sektion, in ein Mikrophon singen und so den Verlauf der Geschichte beeinflussen.
Ina Zwerger hat die Europrix-Gala besucht und berichtet von dem Computerspiel, bei dem mehr als die Finger ins Schwitzen kommen, einem Tool, das Farben in Sounds umwandelt, der Mobile Learning Engine und dem Multimediaprojekt "Edelweiß Müller". Im zweiten Beitrag erzählt Ted Nelson - im Interview mit Mariann Unterluggauer - von seiner Vision, einen neuen Computer zu bauen, endlich die Papiermetapher los zu werden und vom Ende der hierarchischen Dokumentenverwaltung und somit von seiner alten Idee "Xanadu", die mittlerweile viele Namen bekommen hat.
Ted Nelson: "Das Web ist dumm."
