Der Abschied vom Videorecorder naht
Einst hieß es "Video killed the radio star", nun sieht es so aus, als wären auch die Tage des Videorecorders bald gezählt. DVD-Player laufen ihm zunehmend den Rang ab.
Diese Woche hat die britische Elektronik-Handelskette Dixons angekündigt, den Verkauf von VHS-Recorden zu stoppen. Bis Weihnachten sollen die übrigen Bestände verkauft sein und ganz aus den Kaufregalen verschwinden.
Laut Dixons hat sich der Absatz von DVD-Playern in den letzten fünf Jahren versiebenfacht, auf 40 verkaufte DVD-Player kommt nur ein VHS-Rekorder. Und die Nachfrage steigt weltweit. Der Einstiegspreis für einen DVD-Player liegt mittlerweile bei etwa 40 Euro, auch DVD-Recorder werden immer erschwinglicher.
Die US-Elektronikkette Circuit City hat bereits im Jahr 2002 damit begonnen, bespielte VHS-Bänder aus dem Programm zu nehmen, weil die Nachfrage nachließ.
Elektronikkette stoppt VHS-VerkaufNostalgie-Faktor ist groß
Die Einführung von Videorecordern Ende der 70er Jahre hat die Fernsehgewohnheiten vieler Menschen beeinflusst. Schließlich konnte man endlich das Haus verlassen, ohne sein Lieblingsprogramm verpassen zu müssen.
In den frühen 80er Jahren bekam VHS durch Sonys Betamax und Video2000 Konkurrenz. VHS setzte sich vor allem durch gutes Marketing und den Zuspruch der Videoverleiher durch.
Anfang der 90er Jahre wurden schließlich weltweit rund 200 Millionen Videorecorder im Jahr verkauft.
Der Nostalgie-Faktor ist also groß. Analysten glauben, dass der Videorecorder ähnlich wie der Plattenspieler oder die Diskette für viele immer ein Erinnerungsstück bleiben wird, weil sie damit aufgewachsen sind.
Neben dem DVD-Player bzw. -Recorder erfreuen sich aber auch Festplatten-Videorecorder immer größerer Beliebtheit. Immer mehr Anbieter liefern Media-PC-Komplettsysteme, die DVD-Player, Videorecorder, Stereoanlage und Fotoalbum vereinen.
Microsofts Media-PC auf dem PrüfstandZukunft der DVD
Derzeit streitet sich die Industrie um den DVD-Nachfolger. Dieser Kampf geht nun in die letzte Phase.
Derzeit existieren zwei Industriegruppen, die jeweils ihren Standard realisieren wollen - erfolgt demnächst keine Einigung, droht ein Formatchaos wie bei wieder beschreibbaren DVDs.
Zwei Technologien stehen dem Konsumenten zur Auswahl: Blu-ray, das Produkt einer Industriegruppe rund um Sony, und HD DVD, unterstützt von Toshiba, NEC und anderen.
Im Sommer 2005 wollen beide Industriegruppen bereits die passenden optischen Medien auf den Markt bringen. Einigung zwischen den Lagern gibt es keine: Beide sind überzeugt, den besten Standard kreiert zu haben. Ein Duell wie einst bei VHS, Betamax und Video2000 droht. Und der Leidtragende ist im Endeffekt der Konsument.
