24.11.2004

SEELINDER

Kommunikation via 3-D-Hologramm

Analog zu Prinzessin Leias Hilferuf in "Star Wars" wollen japanische Forscher nun 3-D-Hologramme als Kommunikationsmittel einsetzen.

Die neue Technologie soll Telefonzellen in Zukunft in High-Tech-Kammern zum Beamen von holografischen Bildern umrüsten.

Erste Tests an der Universität Tokyo waren erfolgreich. Eine 360-Grad-Kamera schickt die Rundum-Ansicht einer Person in eine zylindrische Röhre. In der Röhre entsteht so ein dreidimensionales Abbild der Person.

Entwickelt wurde der Zylinder namens "SeeLinder" von Susumu Tachi und Tomohiro Endo, die Glasfaser, Elektronik und weiße LEDs kombiniert haben.

Wie es funktioniert

Der SeeLinder ähnelt dem 1834 vom Mathematiker William George Horner entwickelten "Zoetrope". Beim Zoetrope werden Bilder auf der Innenseite einer Trommel befestigt. Wird der Zylinder in Bewegung versetzt und schaut der Zuseher durch Schlitze an der Seite in die Trommel, sieht er statt Einzelbildern einen Bewegungsablauf.

Im Inneren des SeeLinders kreist eine Drehscheibe mit vertikalen Schlitzen im Uhrzeigersinn, während weiter innen eine weitere Drehscheibe, die von LEDs gesäumt wird, etwas langsamer gegen den Uhrzeigersinn kreist.

Die LEDs projizieren dünne Scheiben vom Gesicht der Person, durch die schnelle Abfolge der Bilder entsteht beim Zuseher der Eindruck das ganze Gesicht in 3D zu sehen.

Das Bild erscheint dabei mit 20 Zentimeter Durchmesser und ist 25 Zentimeter hoch.

Doch noch ist die Lösung mit Kosten von zehn Millionen Yen [74.000 Euro] pro Zylinder recht teuer. Die Forscher hoffen auf eine Massenproduktion, die den Preis senken soll.