22.11.2004

NACHFOLGE

Infineon baut Nanoröhrchen-Transistor

Infineon hat nach eigenen Angaben in seinen Münchner Laboren den kleinsten Transistor der Welt auf Basis von Kohlenstoff hergestellt.

Der Transistor besteht statt wie herkömmlich aus Silizium aus so genannten Kohlenstoff-Nanoröhrchen und misst im Durchmesser nur noch 0,7 bis 1,1 Nanometer [Millionstel Millimeter], teilte der Halbleiterhersteller mit.

Die derzeit kleinsten und modernsten Transistoren sind knapp viermal so groß wie der von Infineon entwickelte, mit einer Kanallänge von nur 18 Nanometer.

Nanoröhrchen sind winzige Schläuche aus Kohlenstoffatomen und haben einen Durchmesser von nur einem Millionstel Millimeter oder weniger. Sie gelten als mögliche Nachfolger der heutigen Siliziumchips.

Weitere Schrumpfung möglich

Laut Infineon lässt sich das Kohlenstoff-Nanoröhrchen für viele Anwendungen nutzen. Den elektrischen Strom transportiert es nahezu ohne "ballistische" Reibung. Damit ist der "Mini-Transistor" 1000 mal leistungsfähiger als Kupferdraht.

Bei einer Versorgungsspannung von nur 0,4 Volt kann der neue Nanotube-Transistor Ströme von über 15 Mikroamper liefern. Dabei wurde eine Stromdichte beobachtet, die etwa um den Wert Zehn über dem des heutigen Standard-Werkstoffes Silizium liegt.

Ausgehend von den Messergebnissen sind die Infineon-Forscher zuversichtlich, Transistoren in Zukunft noch weiter "schrumpfen" zu können. Selbst die von Fachleuten für das Jahr 2018 erwartete "Science-Fiction"-Versorgungsspannung von nur 0,35 Volt könnten laut Infineon-Forscher realisiert werden, wenn Kohlenstoff- Nanoröhrchen als Werkstoff eingesetzt würde.