21.11.2004

MATRIX FORUM

Die Sims als Online-Seifenoper

Ein strubbeliger Trottel, ein skeptischer Brillenträger, ein Kampfsport-Freak und ein wütender älterer Herr gehören zu den Charakteren der neuen Online-Soap-Opera "The Strangerhood".

Das Besondere daran: Die Strangerhood-Show wurde komplett mit dem Computerspiel "Die Sims 2" realisiert.

Jede Szene wurde in zahllosen Einstellungen abgefilmt und dann auf dem Computer zusammengeschnitten. Produziert wird die Show von dem Animations-Team Rooster Teeth Productions, dass zuvor schon eine Comedy-Show mit dem Microsoft-Spiel Halo realisiert hat.

Videogames als Filmproduktions-Tools

Das Produzieren von Filmen mit Computerspiele wird im Netz als Machinima bezeichnet. Mittlerweile gibt es weltweit einige hundert Machinima-Produzenten.

Sie drehen Kurzfilme, Serien und abendfüllende Spielfilme mit Spielen wie Die Sims, Counterstrike oder Max Payne. Anstelle teurer Hardware setzen sie auf heimische PCs. Manch ein Machinima-Produzent realisiert seine Werke sogar mit einer Playstation oder einer Xbox.

Nachdem die Szene lange Zeit nur Insidern bekannt war, wird Machinima mit Projekten wie der Strangerhood-Show immer populärer. Matt Hullum von Rooster Teeth berichtet, dass er mit jeder Fogle bis zu eine Millionen Zuschauer pro Woche erreicht.

Jede Menge Grauzonen

Trotz solcher Kooperationen begeben sich Machinima-Produzenten beständig in Grauzonen. Probleme können sie beispielsweise für das Adaptieren bekannter Film-Motive bekommen, erklärt der kalifornische Copyright-Experte Ernest Miller: "Leute produzieren Storm Trooper und Darth Vader, um sie in ihre virtuellen Filme zu integrieren."

Firmen wie Lucasfilms würden sehr viel penibler über ihr Eigentum wachen als Spielehersteller. Dabei helfe es wenig, dass einige dieser Adaptationen nach amerikanischen Recht völlig legal seien, meint Miller. "Hast du wirklich das Geld für einen Gerichtsprozess?"