"Kniefall vor dem Ex-Monopolisten"
Der Internet-Anbieter Silver Server kritisiert die geplante teilweise Entlassung der Telekom Austria aus der Marktregulierung.
Silver-Server-Geschäftsführer Oskar Obereder sprach am Donnerstag von einer Koalition zwischen der Regulierungsbehörde RTR und der Telekom Austria. Er bezeichnete den am Mittwoch von der RTR vorgelegten Bescheidentwurf zur teilweisen Deregulierung des Marktführers Telekom Austria als "Kniefall vor dem Ex-Monopolisten".
"Fatale Folgen"
Bei Silver Server befürchtet man fatale Folgen für die noch verbliebenen kleineren und mittleren Internet-Service-Provider.
Eine Freigabe der Vorleistungspreise würde es der Telekom ermöglichen, durch Querfinanzierung ihren Endkunden Preise unter dem Marktniveau anzubieten, während ihre Mitbewerber "nicht vor unverhältnismäßig teuren Vorleistungen geschützt wären".
Das würde nicht nur neuen Unternehmen den Markteintritt de facto unmöglich, sondern auch die Chancen der Mitbewerber zunichtemachen.
"Kurios"
"Kurios" ist für Obereder, dass sich die RTR in ihrer Presseinfo zur geplanten Maßnahme auf die "Intention der Europäischen Kommission" bezieht.
Obereder: "In keinem anderen europäischen Land kommt Derartiges zur Anwendung. Die einzige Ausnahme bildet Großbritannien, wo durch die funktionale Trennung von Infrastruktur und Dienstanbieter genau jene Situation herrscht, die sich die EU-Kommissarin Viviane Reding und wir unisono wünschen."
Telekomregulator Georg Serentschy verteidigte im Gespräch mit ORF.at die Pläne zur teilweisen Deregulierung des Marktführers. Nach Bekanntwerden des Bescheidentwurfs am Mittwoch übten auch der Verband der österreichischen Internet-Provider [ISPA] und der Verband der alternativen Telekombetreiber [VAT] Kritik an der RTR.
(futurezone | APA)
