Eine Milliarde für FBI-Biometriedatenbank

kontrolle
13.02.2008

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin soll für das FBI eine neue Datenbank für Fingerabdrücke einrichten. Den Steuerzahler kostet das System über neun Jahre hinweg gut eine Milliarde US-Dollar.

Wie die US-Bundespolizei FBI am Dienstag bekanntgab, hat Lockheed Martin seine beiden Mitbewerber Northrop Grumman und IBM beim Rennen um den Auftrag für die neue Biometriedatenbank aus dem Rennen geschlagen. Über neun Jahre hinweg hat das Geschäft ein Volumen von einer Milliarde US-Dollar [690 Mio. Euro].

Die Abteilung Transportation and Security Solutions von Lockheed Martin wird demnach das Backend für das "Integrated Automated Fingerprint Identification System" liefern, in dem das FBI alle zehn Fingerabdrücke und andere biometrische Merkmale wie Handabdrücke, Irisscans und Gesichtsgeometrie speichern will. Das System soll in Clarksburg im US-Bundesstaat West Virginia eingerichtet werden, wo bereits jetzt die Fingerabdruckdatenbank des FBI stationiert ist.

Terroristen und fremde Reisende

Die Aufrüstung der bestehenden Datenbank, die ebenfalls von Lockheed Martin betrieben wird, wurde nötig, weil das FBI seine Daten besser mit anderen US-Diensten austauschen können soll. Unter dem Dach des US-Heimatschutzministeriums existieren zahlreiche Datenbanken mit Identifikationsmerkmalen, die allerdings weitestgehend miteinander inkompatibel sind.

Die biometrischen Merkmale verurteilter Verbrecher und bekannter Terroristen werden ebenso in die Datenbank eingespeist wie jene gewöhnlicher ausländischer Reisender in die USA, die von anderen Abteilungen des US-Heimatschutzes erfasst werden.

Die notwendigen Aktualisierungen zur Speicherung aller zehn Fingerabdrücke von Verbrechern und Reisenden sollen Anfang 2010 implementiert werden, die Möglichkeiten zur Gesichtserkennung bereits zu Beginn kommenden Jahres.

(AP | futurezone)