03.11.2004

FRANKREICH

Preise vom Festnetz zum Handy sinken

Verbindungen von Festnetzanschlüssen zu Mobiltelefonen sollen in Frankreich ab 2007 nur noch halb so viel kosten wie bisher. Die Pariser Telekom-Regulierungsbehörde ART verfügte am Dienstagabend Preissenkungen der so genannten Interconnection-Tarife, die Festnetzbetreiber France Telecom ab kommendem Jänner umsetzen soll.

Französische Verbraucher sollen demnach für Gespräche zwischen Festnetz und Handy 2005 elf Prozent weniger zahlen und 2006 nochmals 15 Prozent weniger.

Der genaue Umfang der Preissenkung für 2007 soll erst 2006 festgelegt werden; dabei soll dann die Entwicklung der neuen Mobilfunktechnik UMTS einbezogen werden.

Kritik von Verbraucherschützern

Die Verbraucherschutzvereinigung UFC-Que Choisir kritisierte die Vorgaben der Regulierer als "kläglich" und forderte deutlich raschere Tarifsenkungen.

Sie hatte die Behörden eingeschaltet und gedroht, notfalls vor die EU-Kommission zu ziehen. Auch der Pariser Industrieminister Patrick Devedjian hatte eine "sehr bedeutende" Preissenkung binnen eines Jahres gefordert.

Eine Verbindung zwischen Fest- und Mobilnetz kostet die Handynetzbetreiber in Frankreich sechs bis acht Cent je Minute, den Verbrauchern werden aber rund 15 Cent in Rechnung gestellt.

Jährlich erwirtschafteten die Handyfirmen - vor allem die France-Telecom-Tochter Orange mit einem Marktanteil von 48 Prozent - damit rund 900 Millionen Euro Gewinn; nach den EU-Telekom-Richtlinien dürften sie aber auf diesem Gebiet keine Profite machen, betonen die Verbraucherschützer.