Unternehmen meiden E-Rechnung

Österreich
06.02.2008

Die elektronische Rechnung wird von Unternehmen kaum genutzt. Viele Betriebe kennen sich mit der E-Rechnung nicht aus.

Der Einsatz elektronischer Rechnungen fristet in Österreich noch immer ein Schattendasein. Die Mehrheit der Betriebe [52,4 Prozent] erhält maximal zehn Prozent der Fakturierungen auf diesem Weg, geht aus einer Umfrage der Wirtschaftskammer Österreich [WKÖ] unter 500 Unternehmen hervor. 62 Prozent der österreichischen Unternehmen haben aber zumindest schon einmal eine E-Rechnung erhalten.

Nur 4,5 Prozent der Unternehmen erhalten mehr als drei Viertel ihrer Rechnungen elektronisch, bei nur 5,5 Prozent sind es mehr als die Hälfte bis drei Viertel aller Rechnungen. Am häufigsten trudeln E-Rechnungen in Kleinstbetrieben mit bis zu vier Mitarbeitern ein: Dort haben 69,9 Prozent schon einmal eine E-Rechnung bekommen. Am seltensten ist das bei Betrieben mit 50 bis 249 Mitarbeitern der Fall [50 Prozent].

Gesetzliche Regeln nicht bekannt

Geradezu besorgniserregend ist laut Kammer ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Das Gros der Betriebe kennt die für die E-Rechnung geltenden gesetzlichen Regeln nicht. "Es besteht noch sehr großer Aufklärungsbedarf in Sachen E-Rechnung", sagte Hochhauser. Vor allem die rechtlichen Bestimmungen für den Vorsteuerabzug seien vielen Unternehmen noch immer nicht klar.

Konkret wusste nur ein knappes Drittel der Betriebe [32,9 Prozent], dass die E-Rechnung mit einer elektronischen Signatur versehen sein muss, um den Vorsteuerabzug geltend machen zu können.

Die große Verwirrung im Zusammenhang mit dem Vorsteuerabzug von E-Rechnungen ist laut Hochhauser einer der Hauptgründe, warum diese Form der Rechnungslegung - obwohl viel kostengünstiger und umweltfreundlicher - nach wie vor nur selten zum Zug kommt.

Zwei Maßnahmen

Die WKÖ schlägt zwei Maßnahmen vor: Einerseits müssten die Informationen über den sinnvollen Einsatz von digitaler Signatur und E-Rechnung ausgeweitet werden, andererseits müsse die Pflicht zur digitalen Signatur bei Kleinrechnungen unter 1.000 Euro abgeschafft werden.

Nach Erhebungen der WKÖ könnten durch einen verstärkten Einsatz der E-Rechnung jährlich bis zu 600 Mio. Euro eingespart werden. "Gegenüber der Papierrechnung können die Kosten um bis zu 70 Prozent gedrosselt werden", hieß es.

Die WKÖ bietet einen kostenlosen Online-Ratgeber für E-Rechnungsempfänger und -sender an.

(futurezone | APA)