24.10.2004

MATRIX FORUM

Die Geschichte eines Cyberpunks

Anfang der 80er Jahre hat Bruce Sterling mit seinen fantastischen Geschichten das Science-Fiction-Genre "Cyberpunk" nicht nur mitbegründet, sondern auch massgeblich beeinflusst.

"Dead Media Project"

In seinem Online-Projekt "dead media" hat sich Bruce Sterling der Geschichte der Medien angenommen. Tote Medien werden katalogisiert, kategorisiert und die Geschichte ihres Scheiterns wird dokumentiert. Prominentes Beispiel ist ein französisches Faxgerät, das im 19. Jahrhundert in Frankreich in Gebrauch war.

"Den echten Nutzen dieser Erfindung hat damals niemand erkannt - also musste das Faxgerät noch einmal 100 Jahre warten, um den Status eines Massenmediums zu erlangen."

Bei der Dokumentation der ausgestorbenen Medien handelt es sich nicht ausschließlich um eine Retrospektive, vielmehr stellt der Medienkritiker den Bezug der westlichen Welt zu Medien und Technologie an sich in Frage.

Bruce Sterling: "Jedes technisches Gerät, das uns heute zur Verfügung steht, hat Vorgänger, die nicht überlebt haben und Aspekte, die einfach nicht mehr weiterverfolgt werden. Schon vor langer Zeit ist mir aufgefallen, dass da ein Teil der Geschichte fehlt. Es scheint mir, dass unsere Gesellschaft gewisse Dinge einfach nicht mehr wahrnimmt".

Heute, 22.30 Uhr in "matrix"

Astrid Schwarz porträtiert den Cyberpunk-Autor Sterling. Janko Röttgers sprach mit dem New Yorker Kommunikationswissenschaftler Siva Vaidhyanathan über sein neues Buch "The Anarchist in the Library" - darin beschreibt der Autor, wie das Internet anarchistische Ideologien nahe bringt und damit für die Herausforderungen der Globalisierung wappnet.