Pass-Fingerabdruck erhöht Sicherheit nicht
Nachdem sich fünf EU-Schwergewichte bis 2006 zur Aufnahme von Fingerabdrücken in ihre Pässe entschlossen haben, um die Sicherheit zu erhöhen, wird nun genau diese Argumentation scharf kritisiert.
Fingerabdrücke und andere biometrische Merkmale würden die Fälschungssicherheit von Ausweisen überhaupt nicht erhöhen, so der Chaos Computer Club.
Club-Sprecher Andy Müller-Maguhn erklärte, "zum Preis von mehreren hundert Millionen Euro wird hier mit Steuergeldern dem Bürger eine Sicherheitssimulation verkauft, die auch nicht im Entferntesten eine Erhöhung des Sicherheitsniveaus gegenüber qualifizierten Angreifern oder gar Terroristen bringt".
Leicht zu fälschen
Auf seiner Website demonstriert der CCC, wie einfach sich
Fingerabdrücke fälschen lassen. Im wesentlich genüge es, sich den
Fingerabdruck etwa durch kurzzeitigen Zugriff auf ein Trinkglas oder
einen anderen berührten Gegenstand zu verschaffen.
CCC: Keine FälschungssicherheitEntwürdigende Erfassung der Bürger
Der Verein, der sich für Datenschutzbelange einsetzt, forderte einen Verzicht auf biometrische Merkmale in Ausweispapieren.
"Die Einführung eines Identifikationssystems, das eine entwürdigende erkennungsdienstliche Erfassung aller Bürger erfordert, steht in keinem vertretbaren Verhältnis zum erzielbaren Sicherheitsgewinn", sagte Müller-Maguhn.
Das Bundesinnenministerium wies die Darstellung des CCC zurück: "Der Chaos Computer Club soll bei seinen Leisten bleiben und sich mit Hackern beschäftigen und nicht mit dem Thema Sicherheit", sagte Sprecher Dirk Inger. Durch den Einsatz biometrischer Merkmale werde das Fälschen von Ausweisen nicht erschwert. Es werde jedoch verhindert, dass eine Person etwa mit dem Pass eines anderen einreist.
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien wollen von 2006 an den Fingerabdruck als biometrisches Merkmal für Reisepässe einführen.
EU-5 nehmen Fingerabdruck in Pass auf
