Yahoo verkauft Musikabodienst

übergabe
04.02.2008

Der Internet-Konzern Yahoo verkauft sein Abomusikgeschäft an das gemeinschaftlich von RealNetworks und Viacom betriebene Rhapsody America.

Die Yahoo-Kunden sollen über die kommenden Monate zu Rhapsody übertragen werden und auch von dort auf ihre bestehende Musikauswahl zugreifen können. Für die Yahoo-Nutzer wird die Monatsgebühr von rund neun Dollar voraussichtlich auf 12,99 Dollar angehoben, sobald ihre laufenden Verträge auslaufen. Insgesamt sollen rund 400.000 Nutzer betroffen sein.

Das Service soll von Yahoo weiter beworben werden, Rhapsody erhofft sich dadurch ein weit größeres Publikum. Für welchen Betrag Yahoo seine Kunden abgibt, wurde nicht bekannt.

Yahoo gab am Montag außerdem den Kauf von FoxyTunes bekannt, dem Entwickler eines Toolbar-Plug-in für Musikplayer.

Gefahr durch Microsoft-Übernahme?

Vor dem Hintergrund des Microsoft-Milliardenkaufgebots für Yahoo stellt sich aber die Frage, ob diese strategische Partnerschaft im Übernahmefall auch wirklich durchgeführt werden kann.

Schließlich hatten Microsoft und RealNetworks jahrelang einen erbitterten Rechtsstreit über die Koppelung des Windows Media Player an das Microsoft-Betriebssystem geführt.

Yahoo plant Berichten zufolge ein neues Musikservice, das noch heuer starten könnte. Konkret sollen ungeschützte MP3s entweder zum Kauf angeboten oder im Rahmen von Werbeunterstützung auch kostenlos angeboten werden.

Abo vs. Einzel-Downloads

Das Modell des Musikabonnements wurde in den vergangenen Jahren immer weiter von "Pay-per-Song"-Downloads a la iTunes Music Store verdrängt. Zudem gibt es immer mehr Gratis-Services, die auf Werbefinanzierung setzen.

Erst im August hatten sich RealNetworks, Viacom und Verizon Communications zu Rhapsody America zusammengeschlossen.

(Reuters)