Statt CAPPS II privates Datamining
Nach dem Scheitern des Datamining-Programms für Flug-Passagiere CAPPS II [computer assisted passenger prescreening] hat sich dessen Architekt in die Privatwirtschaft begeben.
Zusammen mit mehreren Kollegen ist Ben H. Bell III, ehemals Agent eines nicht näher genannten US-Nachrichtendiensts zur Global Information Group gewechselt.
Die auf den Bahamas ansässige Gesellschaft ist dabei, den "Traum von CAPPS in der kommerzellen Welt umzusetzen" sagte Firmengründer Donald Thibeau zur "Washington Post."
Das Konzept der Global Information Group sieht vor - verkürzt gesagt - weltweit alles an Personen bezogenen Datensätzen abzugreifen, was zu erhalten ist. Diese Datenmengen sollen dann für Services dienen, wie etwa das Durchleuchten von Personen, ob das nun neue Angestellte einer Firma oder die Crew-Mitglieder eines auf die USA zusteuernden Frachtschiffs sind.
Das Scheitern von CAPPS IILexis Nexis, wie gehabt
Zu den ersten Kunden der jungen Firma gehört Thibeaus früherer Arbeitgeber, der Datenbanken-Riese Lexis Nexis, dessen immense Bestände an Personen-Daten die Hauptrolle in CAPPS II hätten spielen sollen.
Dass zu den Neu-Kunden auch frühere Arbeitgeber der in die Privatwirtschaft gewechselten Agenten zählen werden ist erklärtes Ziel des Unternehmens.
Unter den Screening-Angeboten befindet sich auch die Option, a la CAPPS II Berechnungen der Wahrscheinlichkeit durchzuführen, ob der Betreffende zum Terrorismus neigt [terrorist risk identity assessment]. Die Dienste werden jedem, der dafür bezahlen will angeboten, ob es nun Firmen, Institutionen oder Behörden sind.
Im Übrigen hat sich Thibeau erklärtermaßen deswegen auf den Bahamas niedergelassen, weil die Gesetzeslage für derartige Datensammlungen dort weitaus günstiger sei als in den USA, wo es viel zu viele "Privatsphäre-Gesetze" gebe. Die Global Information Group wurde erst im Juni von der zuständigen Ministerin auf den Bahamas
freundlich willkommen geheißen.
