Mit Xingtone Klingeltöne bauen
Der Verkauf von Klingeltönen boomt. US-Marktforscher gehen davon aus, dass im letzten Jahr weltweit bereits 2,5 Milliarden Euro für Klingeltöne ausgegeben wurden. In drei Jahren könnte die Branche bereits vier Milliarden Euro umsetzen.
Eine kalifornische Firma hat jetzt ein Programm herausgebracht, das derartige Zukunftsaussichten zunichte machen könnte. Xingtone erlaubt das Erstellen von Klingeltönen am eigenen PC. Als Ausgangsmaterial für die ganz persönliche Klingelmelodie können MP3s, CDs oder selbst erstellte Audioaufnahmen dienen.
Upload übers Netz
Xingtone überträgt die selbst gemachten Klingeltöne vom PC übers
Netz auf das eigene Handy. Dazu braucht es lediglich ein
Internet-fähiges Mobiltelefon mit WAP-Browser. Einige US-Anbieter
sperren allerdings den Zugriff auf fremde Internet-Dienste und
machen damit den Upload auf's Handy unmöglich.
XingtoneFranz Mustermann statt Madonna
XingtonesCEO Brad Zutaut hält das Vertrauen der Musikindustrie auf den Klingelton-Markt für falsch. Vor zehn Jahren wäre niemand auf die Idee gekommen, für einen 30-Sekunden-Ausschnitt eines Songs Geld zu verlangen.
"Früher hätten Plattenfirmen für so etwas Geld ausgegeben", so Zutaut. "Das wäre nichts anderes als Promotion gewesen." Die Musikwirtschaft solle sich lieber auf ihre eigentlichen Stärken besinnen und nach Bands mit Talent suchen.
Bisher funktioniert Xingtone nur mit US-Telefonanbietern. Bis zum Ende des Jahres will Zutauts Unternehmen jedoch auch in Europa Fuß fassen. Die Firma will zudem bald damit beginnen, Software zum Upload von Bildern und anderen Inhalten auf das Mobiltelefon zu vermarkten. "Letztendlich könnte dies alles sein, was du von deinem PC auf dein Telefon laden willst", so Brad Zutaut.
Heute 22:30 im Ö1-Magazin matrix
Janko Röttgers hat sich in Los Angeles mit Brad Zutaut über
Xingtone und die Zukunft des mobilen Entertainments unterhalten. Ina
Zwerger berichtet über Musikservices rund um das Mobiltelefon und
Richard Brem interviewte den englischen Medienwissenschafter Michael
Bull von der University of Sussex in Brighton zu seiner Studie über
den iPod, in deren Rahmen er 2.000 iPod-User in aller Welt über ihr
Nutzungsverhalten befragt hat.
Der iPod als digitaler Sherpa
matrix zum Download für Ö1-Clubmitglieder
