Profit-Verbot für "Interconnection Fees"
Anrufe von Festnetzanschlüssen auf Mobiltelefone und umgekehrt werden in Frankreich billiger.
Auf Drängen von Verbraucherschützern machte der Pariser Wettbewerbsrat den Weg für sinkende Tarife frei. Die französische Telekom-Regulierungsbehörde ART wird den Mobilfunkanbietern Orange, SFR und Bouygues Telecom bald entsprechende Preisvorgaben machen. Man plant eine Senkung der Interconnection-Tarife um 50 Prozent binnen dreier Jahre.
Die Verbraucherorganisation UFC-Que Choisir hatte die Behörden angerufen und wollte notfalls bis vor die EU-Kommission ziehen. Nach ihren Berechnungen kostet eine Verbindung zwischen Fest- und Mobilnetz die Handybetreiber in Frankreich sechs Cent je Minute. Den Verbrauchern werden laut Angaben durchschnittlich aber 15 Cent berechnet.
Jährlich erwirtschafteten die Handyfirmen - vor allem die France-Telecom-Tochter Orange mit einem Marktanteil von 48 Prozent - damit rund 900 Mio. Euro Gewinn. Nach den EU-Telekom-Richtlinien dürften sie aber auf diesem Gebiet keine Profite machen, so die Verbraucherschützer.
France Telecom mit weniger NettogewinnDumpingpreise gegen Konkurrenten
Nach Einschätzung des Pariser Wettbewerbsrates ziehen alle beteiligten Unternehmen Profit aus der bisherigen Situation, da es keinen Wettbewerbsdruck gebe. Den Schaden habe der Verbraucher, notierte Frankreichs oberste Kartellbehörde.
In einer weiteren Entscheidung erlegte der Wettbewerbsrat France Telecom und SFR Millionenstrafen auf, weil sie zwischen 1999 und 2001 ihren Markt durch Dumpingpreise gegen Konkurrenten abgeschottet hatten.
Auch dabei ging es um Gespräche zwischen Fest- und Mobilfunknetzen; diese wurden Großkunden damals unter dem Einstandspreis angeboten. France Telecom soll deswegen 18 Mio. Euro Strafe zahlen, SFR zwei Mio. Euro. Beide können dagegen vor Gericht ziehen.
