UTA geht für 200 Mio. Euro an Tele2
Die Karten auf dem heiß umkämpften heimischen Telekom-Markt werden neu gemischt:
Wie erwartet wurde heute die Übernahme des heimischen Telekom-Anbieters UTA durch die Österreich-Tochter des schwedischen Telekom-Konzerns Tele2 endgültig fixiert, berichtet der "Kurier" unter Bezug auf Insider auf seiner Homepage.
Tele2 soll für den größten privaten Konkurrenten der Telekom Austria [TA] dem Vernehmen knapp über 200 Mio. Euro auf den Tisch der UTA-Eigentümer gelegt haben.
Der geplante Deal muss allerdings noch vom Telekom-Regulator und den Kartellbehörden abgesegnet werden. Denn zusammen bringen es UTA und Tele 2 auf einen geschätzten Marktanteil im Festnetz-Bereich von gut 30 Prozent.
Die UTA war mehrheitlich [75 Prozent minus eine Aktie] im Eigentum von acht Landes-Energieversorgern, die Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie hielt die Raiffeisen-Gruppe.
UTA-Verkauf an Tele2 vor AbschlussZusammen 1,4 Mio. Kunden
Der Marktführer TA hält nach eigenen Angaben 43 Prozent [gemessen in Gesprächsminuten], zusammen würden sich die zwei Großen künftig drei Viertel des Marktes teilen. Das fusionierte Unternehmen hätte knapp 1,4 Mio. Kunden, davon bringt die UTA 520.000 Festnetzkunden und 345.000 Netz-User mit in die Ehe. Mit 460 Mitarbeitern setzte die UTA im Vorjahr 245,5 Mio. Euro um. Tele2 hat 550.000 Festnetz-, Mobilfunk- und Internet-Kunden. Rund 200 Mitarbeiter machen dort 114 Mio. Euro Umsatz.
Mit dem UTA-Kauf ändert Tele2 seine Marktstrategie. Bisher war das Unternehmen als reiner Wiederverkäufer von Telekom-Leistungen ohne eigene Infrastruktur tätig. Jetzt wollen die schwedischen Eigentümer auch in Österreich verstärkt ins Infrastruktur-Geschäft einsteigen. Noch im Herbst will Tele 2 auch als virtueller Mobilfunk-Anbieter starten.
