EU-Kommission will Qimonda fördern
Speicherhersteller soll Werk in Dresden halten
Die EU-Kommission hat dem deutschen Speicherchiphersteller Qimonda 165,6
Millionen Euro an Fördergeldern zugesagt. Doch die Infineon-Tochter zögert wegen ihrer desolaten Geschäftslage, das Geld anzunehmen und in den Ausbau ihres Werks in Dresden zu stecken.
"Wir begrüßen die Entscheidung der EU. Wir werden unsere Investitionsentscheidung genau prüfen, abhängig von der Verbesserung der Marktbedingungen", sagte ein Sprecher. Bisher sei intern kein Urteil für oder gegen den Ausbau gefällt worden.
Werksmodernisierung auf der Kippe
Qimonda hatte erwogen, seinen Standort in Dresden für 1,2 Milliarden Euro zu modernisieren und eine neue Fertigung zu bauen. Zuletzt wurde der Halbleiterhersteller aber massiv vom Preisverfall für DRAM-Chips erfasst und verbuchte allein im Weihnachtsquartal knapp 600 Millionen Euro Verlust. Daher hatte Qimonda seine Investitionspläne kräftig gestutzt und auch den Neubau eines gut zwei Milliarden Euro teuren Chipwerks in Singapur auf Eis gelegt.
Die Halbleiterindustrie ist weltweit einer der größten Subventionsempfänger. In Europa und Nordamerika, vor allem aber in Asien schießt die öffentliche Hand Unternehmen große Summen an Steuergeldern zu, um sie bei ihren Milliardeninvestitionen zu unterstützen.
(Reuters)
