09.10.2004

MOTIVATION

Preisgelder als Innovationsmotor

Durch das Ringen um den Ansari X-Prize hat die private Raumfahrt zuletzt alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Die Initiatoren wollten mit dem Preisgeld die Tür zum Weltraumtourismus und zur kommerziellen Nutzung des Weltalls öffnen.

Mit dem erfolgreichen Orbit-Flug von "SpaceShipOne" und der Ankündigung von Virgin-Boss Richard Branson, das Siegerteam gleich für den Bau weiterer Passagierraumgleiter unter Vertrag zu nehmen, scheint dies auch gelungen.

Nun wollen die Organisatoren diesen Erfolg auch auf andere Technologie-Bereiche ausdehnen und mit weiteren Preis-Auslobungen den technischen Fortschritt beschleunigen.

Die Ideen

Der neue Preis beschränkt sich dabei nicht auf ein konkretes Projekt, sondern soll gleich auf allerlei Gebieten die Innovation ankurbeln.

Angedacht sind dabei so weitreichende Herausforderungen wie etwa die Entwicklung einer künstlichen Intelligenz, die Bewältigung der Teleportation, echte Nanotechnologie, die kalte Fusion oder ein überzeugendes Virtual-Reality-Systems.

Festgelegt werden die Ziele in Zusammenarbeit mit dem World Technology Network [WTN], Vorschläge können von jedem eingesandt werden.

Zweifel an Erfolg

Ob allein die Auslobung eines Preisgeldes genügt, um etwa das Beamen physikalisch möglich zu machen oder globale gesellschaftliche Probleme wie Armut und Hunger zu bewältigen, ist mehr als fraglich. Denn nicht an der Motivation, sondern an Lösungswegen mangelt es auf diesen Gebieten.

Von der Auslobung des X Prizes 1996 bis zur Auszahlung des Preisgeldes sind acht Jahre vergangen. Zur Bewältigung der neuen Herausforderungen wird man wohl noch weit länger benötigen.

Ob sich die Organisatoren mit den WTN X Prizes nicht doch etwas übernommen haben, bleibt also abzuwarten.