Preisgelder als Innovationsmotor
Durch das Ringen um den Ansari X-Prize hat die private Raumfahrt zuletzt alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Die Initiatoren wollten mit dem Preisgeld die Tür zum Weltraumtourismus und zur kommerziellen Nutzung des Weltalls öffnen.
Mit dem erfolgreichen Orbit-Flug von "SpaceShipOne" und der Ankündigung von Virgin-Boss Richard Branson, das Siegerteam gleich für den Bau weiterer Passagierraumgleiter unter Vertrag zu nehmen, scheint dies auch gelungen.
Nun wollen die Organisatoren diesen Erfolg auch auf andere Technologie-Bereiche ausdehnen und mit weiteren Preis-Auslobungen den technischen Fortschritt beschleunigen.
Beim zweiten Rekordversuch innerhalb einer Woche flog "SpaceShipOne"-Pilot Brian Binnie am Montag in eine Höhe von 112 Kilometer bis an den Rand des Orbits. Das Team streifte damit das Preisgeld von zehn Millionen Dollar ein.
"SpaceShipOne" schreibt GeschichteDie Ideen
Der neue Preis beschränkt sich dabei nicht auf ein konkretes Projekt, sondern soll gleich auf allerlei Gebieten die Innovation ankurbeln.
Angedacht sind dabei so weitreichende Herausforderungen wie etwa die Entwicklung einer künstlichen Intelligenz, die Bewältigung der Teleportation, echte Nanotechnologie, die kalte Fusion oder ein überzeugendes Virtual-Reality-Systems.
Festgelegt werden die Ziele in Zusammenarbeit mit dem World Technology Network [WTN], Vorschläge können von jedem eingesandt werden.
Auch die Auslobung eines Preisgeldes für eine Heilmethode für Krankheiten wie Krebs oder globalen Problemen [von der UNO als Millennium Development Goals im Jahr 2000 definiert] wie der Reduktion von Hunger und Armut, die Förderung der Gleichberechtigung, Senkung der Kindersterblichkeit oder die Sicherung einer Grundschulausbildung für jeden Menschen, wird überlegt.
WTN X PrizeZweifel an Erfolg
Ob allein die Auslobung eines Preisgeldes genügt, um etwa das Beamen physikalisch möglich zu machen oder globale gesellschaftliche Probleme wie Armut und Hunger zu bewältigen, ist mehr als fraglich. Denn nicht an der Motivation, sondern an Lösungswegen mangelt es auf diesen Gebieten.
Von der Auslobung des X Prizes 1996 bis zur Auszahlung des Preisgeldes sind acht Jahre vergangen. Zur Bewältigung der neuen Herausforderungen wird man wohl noch weit länger benötigen.
Ob sich die Organisatoren mit den WTN X Prizes nicht doch etwas übernommen haben, bleibt also abzuwarten.
