Venenkamera für punktgenaue Injektion
Die oft schmerzhafte Suche nach einer passenden Vene zur Injektion von Medikamenten oder zur Blutabnahme wird mit einem neuen Verfahren Vergangenheit.
US-Forscher haben ein System entwickelt, bei dem die Gefäßstruktur mittels Infrarotkamera aufgenommen, dass Bild zur weiteren Verbesserung auf einen PC übertragen und schließlich mittels eines Videoprojektors wieder auf die Haut projiziert wird.
Noch in diesem Jahr beginnen die ersten klinische Tests mit drei Prototypen in einem Krankenhaus in Tennessee.
Der so genannte Venen-Kontrast-Verstärker [VCE, vein-contrast-enhancer] wurde von Herbert Zeman an der Universität von Tennessee in Memphis entwickelt. Das System findet Gefäße, die bis zu acht Millimeter unter der Haut liegen.
Universität TennesseeWie es funktioniert
Die Linse der Kamera ist dabei von Infrarot-LEDs, welche die Haut mit einer Wellenlänge von 740 Nanometern bestrahlen, umgeben. Dabei wird das Blut und somit die Venen dunkel, das restliche Gewebe hell angezeigt.
Das Kamerabild wird anschließend zur weiteren Aufbesserung mittels Bildbearbeitungssoftware durch einen Rechner gejagt. Ein Videoprojektor überträgt das Bild dann wieder auf die Haut des Patienten.
Damit dabei die Lage der projizierten Venen mit den echten übereinstimmt, sind Kamera und Projektor in einem Winkel von 45 Grad zu einem Spiegel, der Infrarotlicht reflektiert aber für normales Licht durchlässig ist, angeordnet.
So kann das projizierte Venenbild nie mehr als 0,06 Millimeter vom echten abweichen.
Einsatz bei Kindern
Derzeit hat das Gerät die Größe eines Schuhkartons, und ist damit portabel genug zum Einsatz in Krankenwägen. Besonders Kinder mit ihren kleinen und oft unter Baby-Speck verborgenen Venen sollen von dem Venen-Kontrast-Verstärker profitieren.
