Internet-Zensur in Burma verschärft
Oppositioneller Blogger verhaftet
Die Militärjunta in Burma hat Kontrolle und Zensur des Internets im Jänner nochmals verstärkt. Ein Blogger, der im Internet über die Unterdrückung der Meinungsfreiheit geschrieben hatte, wurde am Mittwoch in der Hauptstadt Rangun festgenommen, wie die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen mitteilte. Nay Myo Latt, der drei Internet-Cafes betreibt, ist demnach auch Mitglied der Partei der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi.
Trojaner im Cafe
Laut Reporter ohne Grenzen müssen Betreiber von Internet-Cafes mittlerweile die Personalien aller Kunden festhalten. Außerdem seien sie verpflichtet worden, Spionageprogramme zu installieren, die alle fünf Minuten den Bildschirminhalt der Rechner festhalten und an das Informationsministerium schicken.
Die einzige bisher noch von Burma frei zu erreichende Weblog-Hosting-Plattform, nämlich Blogger von Google, sei nun auch blockiert worden und nur noch über Proxys erreichbar. "Burma läuft wieder Gefahr, vom Rest der Welt abgeschnitten zu werden", erklärte die Organisation, die sich weltweit für die Meinungsfreiheit einsetzt.
Ein Sprecher des Weißen Hauses hatte erst am Mittwoch die Enttäuschung der USA darüber zum Ausdruck gebracht, dass es immer noch keinen Zeitplan für Gespräche zwischen der Junta und der Opposition gebe. Die USA fordern einen Prozess der nationalen Versöhnung für das südostasiatische Land.
(APA | AP)
