Zwei Sony-DSLRs mit Echtzeitvorschau
Neue Modelle der Alpha-Produktlinie vorgestellt
Sony hat am Mittwoch, kurz vor dem Start der US-Fotomesse PMA in Las Vegas, seine beiden neuen Spiegelreflexkameras A300 und A350 der Alpha-Linie vorgestellt. Beide Kameras verfügen über das A-Bajonett, das Sony im Rahmen des Kaufs der Fotosparte von Konica-Minolta übernahm, alte Minolta-AF-Optiken sind somit zu den neuen Geräten kompatibel.
Die Kraft der zwei Sensoren
Die beiden Modelle, deren Bilder und Spezifikationen bereits seit Tagen durch die einschlägigen Foren kreisen, sind weitestgehend identisch - bis auf die Auflösung der Sensoren. Die A300 verfügt über einen 10,2-Megapixel-CCD, die A350 über einen 14,2-Megapixel-CCD.
Wichtigstes neues Feature ist aber der Live View, also die unmittelbare Darstellung des von der Optik erfassten Bilds auf dem Kamerabildschirm, der sich nach oben und unten kippen, aber leider nicht ausschwenken lässt. Für die Realisierung der Echtzeitvorschau greift Sony interessanterweise auf ein Prinzip zurück, das Olympus in seiner allerersten Implementation dieses Ausstattungsmerkmals in der E-330 verwirklicht und bei seinen neueren Modellen schon wieder aufgegeben hat.
2,5 Bilder pro Sekunde
Das Licht wird dazu durch eine spezielle Konstruktion im Spiegelkasten auf einen zweiten Sensor umgelenkt, der im Live-View-Modus auch die AF-Steuerung im Phasenvergleichsverfahren übernimmt. Damit funktioniert die Echtzeitvorschau auch beim Verfolgen und Fotografieren sich schnell bewegender Ziele. Mit dem Bionz-Prozessor von Sony können die beiden Kameras bis zu zweieinhalb Bilder pro Sekunde verarbeiten. Die Live-View-Funktion halbiert laut Sonys Angaben die Akkulaufzeit beinahe. Im normalen Spiegelreflex-Modus soll eine Ladung für 730 Bilder reichen, mit Live View lediglich für 410.
Die beiden auf den Einsteigermarkt ausgerichteten Modelle verfügen auch über den bewährten Bildstabilisator im Gehäuse. Der Sensor ist durch eine Spezialbeschichtung vor Staub geschützt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern setzt Sony auch in seinen Einsteigermodellen weiterhin auf CF-Cards als Speichermedien.
Inklusive der üblichen Einsteigeroptik DT 18 - 70 mm f1:3,5-5,6 möchte Sony 698 Euro für die A300 haben, die A350 kostet 849 Euro. Verfügbar sind die Geräte ab April 2008.
Neue Objektive fürs A-Bajonett
Sony hat auch zwei neue Vollformat-Objektive vorgestellt, die allerdings nichts mit der Einsteigerklasse zu tun haben. Das lichtstarke Standardzoom Zeiss Vario Sonnar T* 24-70 f1:2,8 ZA verfügt über einen Ultraschallantrieb und ist wohl schon mit Blick auf die zu erwartende Oberklasse-Vollformatkamera der Alpha-Reihe konstruiert worden. Das Gerät kostet dann auch doppelt so viel wie eine der oben genannten Einsteigerkameras. Die Preisempfehlung für die USA beträgt 1.750 US-Dollar, der EU-Preis ist noch nicht bekannt. Verfügbar ist das gute Stück "im Frühling 2008".
Für den engagierten Amateur schon eher erschwinglich ist das 70-300 f1:4,5-5,6 G von Sony, das ebenfalls über einen Ultraschallantrieb [SSM] verfügt. Mit einer Länge von 135,5 Millimetern im kompaktesten Zustand ist es ähnlich klein wie das leichte 100 - 300 mm f1:4,5-5,6 APO von Minolta selig, das zuletzt im Sony-Sortiment fehlte. Es kostet in den USA 800 Dollar, die Verfügbarkeit ist, wie beim 24-70, mit "Frühling 2008" angegeben.
