SAP vor Ausstieg bei TomorrowNow

konzerne
30.01.2008

Rechtsstreit mit Oracle

Der Software-Hersteller SAP wird sich voraussichtlich in Kürze von seiner mittlerweile ungeliebten US-Tochter TomorrowNow trennen. Der Chef von SAP in der Region Amerika, Bill McDermott, sagte am Mittwoch vor Agenturjournalisten, "ich rechne damit, dass der Ausstieg bei TomorrowNow keine allzu lange Zeit benötigt."

Die auf Software-Wartung spezialisierte Tochter steht im Mittelpunkt eines Rechtsstreits mit dem US-Konkurrenten Oracle, der SAP Diebstahl geistigen Eigentums vorwirft. SAP hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, die verlustreiche Tochter zu verkaufen. SAP hatte TomorrowNow ursprünglich erworben, um Oracle-Kunden abspenstig zu machen.

Aussichten für US-Markt positiv

Über die Geschäftsaussichten von SAP auf dem wichtigen US-Markt äußerte sich der SAP-Manager zuversichtlich. Die Erlöse aus dem Verkauf von Software-Lizenzen und Software-Wartung legten in diesem Jahr voraussichtlich erneut um einen zweistelligen Prozentsatz zu, sagte McDermott. "Ich kann keine Abschwächung [der Nachfrage] erkennen", sagte der Manager mit Blick auf Rezessionsängste infolge der jüngsten Finanzmarktkrise.

SAP werde unter anderem von der Übernahme des Konkurrenten Business Objects profitieren. Der milliardenschwere Zukauf berge das Potenzial, dass SAP stärker wachse als bisher in Aussicht gestellt. Die Nachfrage nach Software für die Analyse von Geschäftsdaten werde zulegen.

(Reuters)